Wieder kein Anschluss

6878Ich könnte eine höhere Leistung erzielen, wenn ich Anschluss hätte. So ungefähr. Aber ich habe oder finde nie Anschluss, ich bemühe mich auch gar nicht, ich bin wireless, Reichweite unbegrenzt, was auch für die Kapazität meiner Festplatte zutrifft. Ich habe einen zukunftssicheren Prozessor, ein etwas veraltetes Gehäuse, aber das Betriebssystem läuft jetzt schon lange nahezu fehlerfrei – gelegentliche Aussetzer bei Überlastungen sind Bauart bedingt. Und trotzdem könnte ich eine höhere Leistung erzielen, wenn ich einen Anschluss hätte. Einen anderen Anschluss. Unter meiner Nummer gibt es heute keinen Anschluss, ich habe alle Leitungen gekappt, mein Bildschirm ist mit Streichhölzern zur Offenheit verdammt worden und ich denke ganz ungeniert über etwas Stationäres nach. Es muss ja nicht immer eine Raketenabschussbasis sein. Es könnte beispielsweise ein Bett, ein eigenes Haus oder eine Klinik gemeint sein. Interpretationen mag ich ja am liebsten, was vermutlich daran liegt, dass ich davon keine Ahnung habe. Der Reiz des Mysteriums. Und so, wie es aussieht, werde ich mir wohl eines meiner grundsätzlichen Geheimnisse rauben. Oder rauben lassen. So ist es nun mal, wenn ich beginne, aufzuräumen. Defragmentierung nennt sich das wohl, aber ich bin mir nicht sicher.

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Abende wie dieser

Jetzt ist es spät geworden. Natürlich ist es das, nach einem Auftritt kann ich nicht um 20 Uhr zu Hause sein. Vor allen Dingen nicht nach so einem Auftritt, bei dem mehr richtig als falsch lief. Das mag ich. Es gibt in meinem Kopf und meiner Wahrnehmung immer Dinge zu verbessern, das habe ich schon mehrfach geschrieben und gesagt. Heute Abend war viel mehr gut, als ich mir zuvor gedacht habe und nach dem heutigen Abend, der im Grunde genommen der gestrige ist, was jetzt aber Korinthenkackerei ist, ist der Drang wieder etwas größer, etwas Neues und Großes zu schaffen. So kann es gehen. Manchmal. Ich kenne die Höhen und Tiefen gut genug, um zu wissen, dass sie sich ablösen. Ich löse auch, manchmal Rätsel, manchmal Probleme und manchmal mich selbst und auf. Und nach so einem Auftritt brauche ich immer ein wenig, um vom Adrenalin herunterzukommen. Schwierig. Aber gut, dass es das für mich gibt. Die Nacht wird nun kurz, ich werde wenig schlafen und werde morgen einen vollen, anstrengenden Tag erleben. Ich weiß das. Aber es ist gut, denn nach Abenden wie diesem kann ich das Leben etwas leichter ertragen. Und das ist doch schon mehr als genug. Finde ich.

Und irgendwann kommen sie und holen mich ab.  

Heute für morgen

Im Hinblick auf morgen ist heute Stille. Und im Hinblick auf das, was wichtiger ist. Immerhin gibt es morgen auch noch einen Auftritt, auf den ich mich freue. Und wer es nicht in den Logensaal der Hamburger Kammerspiele schafft, der ist selbst Schuld. Ehrlich. Ich werde da sein, ja, ich will. Und jetzt herrscht Stille. Alles andere dann morgen.  

Fragen und Antworten

6862Sie fragten mich viele Dinge und ich gab ihnen Antworten, die sie zufrieden stellen sollten, wenngleich mir die Fragen so ungeschickt und unsinnig erschienen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass nur eine meiner Aussagen irgendjemanden zufriedenstellen konnte. Aber das war nicht mein Problem, mein Problem war, dass ich mich an einem Ort befand, an dem ich nie sein wollte. So erging es mir immer wieder, bis ich an einem Ort landete, von dem ich nicht einmal wusste, dass er existierte. Vermutlich war das die höchste Form der Ablehnung, die ich ihm entgegenbringen konnte. Wie lange ich blieb, das kann ich nicht sagen, aber ich weiß, dass es mir zu lange dauerte und ich bereits vorzeitig meinen Abschied verkündete. Sie hatte noch viele Fragen und ich überlegte ernsthaft, ob ich nicht doch noch eine Weile bleiben solle, um ein paar Antworten fallen zu lassen, von denen sie zehren konnten. Doch dann war mir klar, dass sie nicht lernen und nicht verstehen würden, sondern jedes meiner Worte so auslegen würden, wie es ihnen passte. Und das, das war schon immer so: Sie hatten ihre eigene Welt, sie hatten Worte, die alles infrage stellten, aber sie nutzen es so, um ein Fundament zu bekommen. Gern hätte ich ihnen Fragen gestellt, aber ich wusste, dass keiner von ihnen jemals so weit sein würde, um mir eine Antwort zu geben, die ich für meine Reisen hätte nutzen können.



Und irgendwann kommen sie und holen mich ab.

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    Das Tagebuch zum Umzug aus dem beschaulichen Provinznest Asendorf in die Großstadt Hamburg. Eine wahre Geschichte über den Kampf mit dem Kopf und der Veränderung und über Suche nach einer Nische das eigene Leben.

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