Keine Langweile
Die Sonne kommt. Nein, ich habe immer noch nichts gegen die Sonne, aber gegen den Frühling. Immer noch. Anstrengend, meine Nase meldet sich schon, ohne, dass ich sie gerufen hätte. Um mich herum sprießen sie nun wieder aus dem Boden, die Anbeter von Ra und die Menschen, die eben diese Jahreszeit bevorzugen. Das Grün ist angeblich so toll. Und überhaupt blüht ja alles. Und vielleicht ist das jetzt ja auch das Jahr, in dem die Einsamkeit endet, schließlich ist ja Frühling. Und, nein, ich habe nichts gegen den Frühling, er ist einfach nur nicht meine Lieblingsjahreszeit, genaugenommen ist er meine viert liebste Jahreszeit. Das ist doch schon etwas, da soll sich niemand beklagen.
Vollgestopft
Es ist mal wieder spät geworden, ich hänge noch fest und arbeite mich wund. Es geht mir besser, das ist ein Fortschritt – und ich habe es mal wieder allein geschafft und weiß sogar, wie und warum. Das ist auch ein Fortschritt. Und obwohl ich heute nicht zu allem gekommen bin, was ich erledigen wollte, war es ein guter Tag. Auch das muss mal sein. Das Tagebuch kommt etwas zu kurz in dieser Zeit, doch das lässt sich nicht ändern. Momentan gibt es andere Prioritäten, die Tage sind vollgestopft mit Dingen, die ich mir ausgesucht habe und ich beklage mich nicht, ich übe mich in Disziplin. Das gefällt mir, auch wenn ich keinen Button dafür habe. Ich habe mich und ich arbeite an mir. Und mit mir. Und ich arbeite. Ich finde das gut. Und es wird auch noch besser, denke ich. Da kommen wieder andere Tage, da sollte ich mich an diese Zeit erinnern. Sollte ich. Aber ich mache ohnehin nie das, was ich soll. Nicht wahr?
Deswegen sind wir hier
Wir essen zu viel und wir sterben zu langsam. In kleinen Dosen kaufen wir alles ein, was wir brauchen, weil wir allein sind und nicht viel zum Leben benötigen. Dazwischen wundern wir uns über all die Menschen, die allein, aber auf der Suche nach einem anderen Menschen sind. Wie wir, nur ist es bei uns anders, bei uns ist es immer anders, weil eben jede Perspektive alles erlaubt, was man sich erlauben kann und will. Deswegen sind wir immer auf dem richtigen Weg, selbst wenn wir umkehren müssen. Doch das tun wir nicht, weil wir beenden, was wir begonnen haben.
Der Glaube an das Gute
Ich muss schon mal gar nichts. Und schon gar nicht, wenn es nicht zutrifft. Ich glaube an das Gute im Menschen, ich bin unverbesserlich. Zumindest in dieser Hinsicht. Manchmal werde ich enttäuscht, das empfinde ich dann schon als normal, manchmal nicht und das ist dann wieder Wasser auf meine Mühlen des guten Glaubens. Den Verlust des Mobiltelefons sollte ich akzeptieren, ich habe es nicht getan und wurde heute bestärkt. Es gibt ehrliche Finder und Menschen, die an ähnliche Dinge glauben, wie ich. So einfach kann das also sein. Ich muss den Verlust nicht akzeptieren, sondern begreifen, dass manchmal nichts verloren geht. So einfach ist das in meiner Welt. Manchmal. Es gibt ja immer auch Gegenbeispiele.
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