LIX - Was unnütz ist

D. saß in seinem Labor und betrachtete die Anordnung der Versuchsobjekte. Er hatte tagelang berechnet, wir es funktionieren konnte, aber Theorie und Praxis lagen trotz genauester Berechnungen oft meilenweit auseinander. Wenn es jetzt gelänge, das Licht weiter zu bündeln, dann wäre das im wahrsten Sinne ein Durchbruch. Wenn es nicht funktionierte, dann wäre es auch möglich, dass in diesem Moment alles endete. Bei dem Gedanken musste er lächeln: Wenn wirklich alles endete, dann wäre es unmöglich, ihn zu fassen. In den vergangenen Tagen, Stunden hatte er mehrfach darüber nachgedacht, ob Konrad Frank ihm auf den Fersen sein könnte. Vielleicht war seine Verzweiflung noch nicht so groß, dass er sich an die Presse wandte, aber D. wusste, dass auch das nicht viel nutzen würde. Vielleicht war es übereilt gewesen, die Sechs vorzuziehen, aber D. hatte das Gefühl, die Zeit jetzt reif, um das Tempo etwas anzuziehen. Je mehr Ruhe sie auf der anderen Seite hatten, um nachzudenken und Schlüsse zu ziehen, desto gefährlicher konnte es werden. Konnte. Es würde nicht gefährlich werden. Zudem würde es morgen die Sieben und auch die Acht geben, das große Finale und dann endete wirklich alles. Er wäre zu gern dabei, wenn Konrad Frank das erlebte, aber das ließ sich aus verständlichen Gründen nicht einrichten. Zu gern hätte er überall an den Tatorten Kameras installiert, aber das hätte zum einen eine deutliche Spur gelegt und zum anderen vollkommen falsche Erwartungen geweckt, was aber auch wieder eine gute Sache gewesen wäre, weil die Ermittler vermutlich geglaubt hätten, dass ihn das Sterben der Menschen erregte. Es wäre gut gewesen, diese Fährte zu legen, aber eben nur mit dem Pferdefuß, dass man die Übertragung der Daten vermutlich verfolgt hätte. So ein Risiko war unnütz. Mittlerweile ruhte sein Finger auf dem Schalter, der für den Fluss des Stroms sorgte, der die gesamte Apparatur einschaltete und dann etwas in Gang setzte, das entweder brillant oder vollkommen überflüssig war. Langsam drückte den Schalter nach unten, der dann mit einem Ruck und einem Klicken einrastete.

Auftritte

Letzte Kommentare

  • Heimat

    25 Apr 2012
    wie wahr. du sprichst mir aus der seele.
  • Peters Wahnsinn...

    25 Apr 2012
    schöne gute nacht geschichte ! DANKE
  • Experten

    24 Apr 2012
    Dieser Text sollte auf einem Werbeplakat stehen!

    bi...
  • Nur eine Phase

    09 Apr 2012
    Einfach nur ein Nicken, ohne Worte...
  • Nur eine Phase

    09 Apr 2012
    Ich umarme Dich. In Gedanken. Ohne Worte. Aber ums...

Das Kabel in der Welt

D. saß in seinem Labor und betrachtete die Anordnung der Versuchsobjekte. Er hatte tagelang berechnet, wir es funktionieren konnte, aber Theorie und Praxis lagen trotz genauester Berechnungen oft meilenweit auseinander. Wenn es jetzt gelänge, das Licht weiter zu bündeln, dann wäre das im wahrsten Sinne ein Durchbruch. Wenn es nicht funktionierte, dann wäre es auch möglich, dass in diesem Moment alles endete. Weiterlesen...

»Lassen Sie denen doch die Kameras wegnehmen«, sagte Krüger.

Der Kommissar zuckte nur mit den Schultern: »Denen kann ich sie wegnehmen, aber den Menschen in der Menge nicht. Ich wette, das Bild von der Hauswand ist schon bei Twitter und Facebook gelandet. Wir müssen nur verhindern, dass es in einer Zeitung, im Radio oder im Fernsehen erscheint.«

»Aber ...«, versuchte Krüger ihn zu unterbrechen.

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»So viel Zeit muss sein«, sagte Frank und ging zur Zeugin, stellte sich vor. »Was haben Sie denn gesehen oder gehört?«

»Gestern Abend habe ich eine Frau gesehen, die mit dem Mann von da oben zusammen ins Haus gegangen ist. Lange blonde Haare, nicht unbedingt zierlich, aber auch nicht dick, eine Jeans und einen Pullover hatte sie an und so komische Stiefel ...« Weiterlesen...

Die Vier sahen ihn ungläubig an: »Einen Zeugen?«, fragten Kapellke und Schmidt unison und blickten dann etwas irritiert zueinander. »Ich weiß auch nicht mehr«, sagte Frank, »aber wir rücken jetzt ab. Das Versiegeln des Tatorts können die Kollegen hier übernehmen.« Weiterlesen...

Sie wirkte nicht nur nachdenklich, sie war es auch. Zum einen zweifelte sie ohnehin schon an ihren Fähigkeiten, weil sie im Verlauf des Falles nichts zur Aufklärung hatte beitragen können, zum anderen glaubte sie wiederum auch nicht daran, dass jemand von außerhalb mehr bewirken konnte als sie. Es standen einfach nicht genug Informationen zur Verfügung, um irgendetwas Hilfreiches sagen zu können, da würde auch ein Spezialist aus den USA nicht viel bewirken. Sie verzog den Mund kurz zu einem trotzigen Halbmond, gab sich aber schon fast im selben Moment Mühe, entspannt und gleichgültig zu wirken. »Vielleicht«, sagte sie dann noch einmal, »vielleicht bringt es etwas.« Weiterlesen...

Das Kabel in der Welt