Ritter und Narren

Zähe Kämpfe sind mir am liebsten, zu gern wäre ich als Ritter unterwegs. Mit Schild und Streitaxt. Nein, lieber doch ein schönes Schwert. Schmucklos, aber dennoch ein Blickfang. Und die Rüstung im schlichten Edelstahl - vielleicht gibt es da auch noch Überschussmaterial bei WMF. Oder wie diese Besteckfirma heißt. Ich zöge über Land und kämpfte für die Gerechtigkeit, erlegte hier und da einen Dieb oder einen die Armen schröpfenden Grundbesitzer, hätte in jedem Wirtshaus viel zu erzählen und ein kurzes Leben. Zumindest dann, wenn mich der König für meine Taten ächtet. Tut er es nicht, dann werde ich vermutlich in die Tafelrunde aufgenommen und befehlige eine Heer auf den Kreuzzügen. Ach, nein: Das kommt für mich nicht in Frage, in den Dienst Gottes möchte ich mich nicht stellen. Demnach doch ein kurzes Leben. Nun, das ist nicht so schlimm. Lieber wäre mir ja ohnehin der Posten des Hofnarrs, aber mit der Schellenkappe kann ich nicht in den Kampf ziehen. Und. Und, ja und heute habe ich gewonnen. Den Kampf. Der Server liegt röchelnd am Boden, mein Schwert ist Blut verschmiert und auch ich habe einige Blessuren davon getragen. Ein Becher Daim-Cappuccino und eine Packung Nippon waren Proviant und Lohn zugleich, meine Seite funktioniert wieder. Nicht, dass ich sonst nichts zu tun gehabt hätte und ich mich vor Langeweile mit den Zeigern der Uhr beschäftigen hätte müssen. Nein. Aber der Kampf war wundervoll. Absolut. Vor allem, weil ich gewonnen habe. Natürlich. Ich fühle mich in diesen Tagen unbesiegbar und auch wenn das nicht stimmt, so habe ich viel Kraft gefunden. Das vermutlich wichtigste Utensil: Der neue Lieblingsring an meinem Finger.

So. Nach getaner Arbeit habe ich mir eine Pause verdient. Und eine Flasche Vanille Cola. Eisgekühlt. Großartig. Eines fehlt mir zu meinem Glück, aber das ist heute nicht so schlimm. Wenn es so weiter geht, dann kann ich in den kommenden Wochen wieder schreiben, ein paar Geschichten liegen in meinem Kopf herum und ich weiß, dass einige Gefallen daran finden werden. In der Zwischenzeit werde ich einige alte Texte einstellen, damit sich niemand auf meinen Seiten langweilen muss. Und damit ich auch immer genug zu tun habe. Und damit der Server merkt, dass er so mit mir nicht umspringen kann. So nicht. Ich bin zwar ein Narr, aber ich habe ein Schwert. Glaube ich.

Viel zu überdreht bin ich. Nein, das ist schon ganz in Ordnung, gute Laune tut mir gut, frische Kräfte auch. Ich wünsche allen kräftige Gedanken und den nächtlichen Schlaf als Tankstelle. Sollte morgen im Laufe des Tages ein Ritter euren Weg kreuzen, verlacht ihn nicht, sondern begegnet ihm mit einem Lächeln - er wird es euch danken.

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