Die kleinen Dinge

So, jetzt ist sie weg - zum Glück nicht für immer, sondern nur bis Montag. Die Gleichgesinnte weilt auf Amrum: Eine Pause, die sie sich wahrhaftig verdient hat. Hm. Aber es ist schon ein wenig ärgerlich, die Option auf eine gemeinsame Nacht nicht zu haben, auch wenn ich momentan wieder von Herrn Pes besucht werde und ohnehin lieber allein bleibe. Mit der Lippenschwellung ist nicht zu spaßen, ich weiß auch nicht, warum bei mir solche Dinge immer so extrem verlaufen müssen. Gut, mein Leben fühlt sich extrem an, aber müssen sich dann solche Dinge auch nahtlos eineihen? Nein, ich finde, es würden auch kleine, winzige Verformungen oder Bläschen reichen. Genug jetzt. Das alles nur, weil ich diese Chemie-Suppe gegessen habe, die ich immer so gern mochte: Yum Yum. Ich finde sie immer noch lecker, aber diese Nebenwirkung ist schlicht und ergreifend unerquicklich. Widerwärtig.

"Shoplifters of the worls unite" von The Smiths in der Endlosschleife. Fast schon eine Therapie und wahnsinnig wundervoll.

Ich werde immer an den kleinen Dingen im Leben scheitern: Ich kann Rechnungen schreiben, ausdrucken, ich kann sie in Umschläge stecken, diese zukleben und auf einen Haufen legen. Aber ich schaffe es nicht, den Stapel zr Post zu bringen. Das klingt so lächerlich, dass ich selbst die Stirn runzeln muss. Diese Lächerlichkeiten bringen mich irgendwann noch um den Verstand. Wirklich. Ich kann Geschichten schreiben, ich kann Logos entwerfen und Internetseiten erstellen, aber ich schaffe es nicht, dafür Geld zu nehmen. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich alles umsonst machen, alles einfach zum Spaß - und ich bekomme jeden Tag einen Korb mit Essen vor die Tür gestellt. So wie in der Geschichte "Jaques, der Dieb" - ich glaube, die ist von Wolfgang Ecke. Dummerweise ist das eben nur eine Geschichte und Benzin, Miete oder Versicherungen lassen sich eben nicht mit gefalteten Umschlägen oder einer Geschichte bezahlen. Nein. Eine Traumwwelt, andere sind da bodenständiger. Sie schreiben vielleicht keine Bücher, singen nicht und machen auch keine Fotos, aber sie verkaufen Versicherungen und ernähren eine Familie. Nein, das sind keine Alternativen, sicher nicht, aber manchmal wäre es eben so auch einfacher. Vermutlich. Und vermutlich ist das auch viel schwieriger. Hm. Es ist immer all das einfacher, was nicht zu meinem Leben gehört. Nein, das stimmt so auch nicht, ich weiß ja auch um einige Dinge, die ich gar nicht will. Kinder. Zum Beispiel, das kam ja wie aus der Pistole geschossen. Und in einem externen Büro kann ich auch nicht jeden Tag sitzen, da werde ich mürbe im Kopf. Hm. Vielleicht kriege ich die Kleinigkeiten in den Griff. Vielleicht. Irgendwie muss ich das jedenfall schaffen, denn die Rechnungen verschicken sich nicht von allein. Glaube ich.

Das Hörbuch ist fertig. Ha! Und am Ende war es doch mehr Arbeit, als ich angenommen hatte, weil das Angleichen der Lautstärkeunterschiede schwierig war, weil dann doch nur sechs statt zehn Geschichten Platz gefunden haben. Eine Frage des Platzes. Schade. Schwieriger noch als das Abmischen war aber das Erstellen des Bestellformulars, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es wirklich klappt. Hoffentlich. Klappt es. Hm. Ich werde mal sehen, wie sich das in den kommenden Tagen entwickelt. Hm. Hm. Hm. Geduld ist ja kein Problem, ich warte tatsächlich mal abwarten.

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