Stromausfall

Nein, das ist kein guter Tag und ich kann nicht einmal sagen, woran es liegt. Immerhin liege ich im Bett und das mit nur minimalen Unterbrechungen seit heute Morgen. Ein seltsamer Tag, ich finde den Schalter nicht, damit meine Energiezufuhr in Gang gesetzt wird. Vielleicht habe ich ihn auch längst benutzt, aber es herrscht Stromausfall - das würde alles erklären. Ich habe der Gleichgesinnten gesagt, dass ich heute Abend bei der Gala fotografieren werde, so dass ich jetzt wirklich aufstehen muss. Muss. Das ist das böse Wort, ich will nicht, ich muss. Ich würde gern liegen bleiben, vielleicht schon jetzt schlafen, morgen noch einmal arbeiten und mich dann ganz langsam auf die Winterpause vorbereiten. Würde ich gern, ja. Aber die gute Fee mit den Wünschen ist nicht in Sicht und der Teufel, dem ich für die Wünsche meine Seele verkaufen könnte, bin ich selbst. Wie ärgerlich. Wie unangenehm. Am Ende bin ich an allem Schuld und kann mich auch an den eigenen Haaren - sehr witzig - aus dem Schlamassel ziehen. Das werde ich auch, keine Frage, ich werde heute Abend Fotos machen und ich weiß, dass ich auch ein paar gute Bilder auf den Chip bannen werde. Aufstehen. Steh jetzt auf. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich heute so wenig getrunken habe, das richtige Maß an Flüssigkeit ist wichtig. Glaube ich. Müde und lustlos, ohne Strom. Vielleicht baue ich mir, nein, ich baue mir jetzt ein Kraftwerk, das mich mit Energie und Stromstößen versorgt, auf dass ich die kommenden Stunden dynamisch überstehe. Nach getaner Arbeit rolle ich dann einfach flugs wieder gen Heimat, rolle mich unter der Bettdecke zusammen und warte auf den nächsten Tag. Es kann nur besser werden - und irgendwann wird die natürliche Energieversorgung auch wieder funktionieren.

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