Fremd-Artiges
Na, jetzt wird es wirklich interessant: Ich sitze an einem fremden Rechner und schreibe Tagebuch. Zum einen ein multimediales Ereignis, denn Dank der virtuellen Welt kann ich überall Gedanken festhalten. Auch wenn ich in einem Internetcafé in Timbuktu sitze. Gut, da bin ich nicht, zumindest nicht jetzt. Auf der anderen Seite fühle ich mich beobachtet. Werde ich natürlich nicht, aber es ist ein fremdes Gefühl. Ein fremdes Gefühl, wenn ich nicht in meinem kleinen Zimmer sitze und schreibe. Ein fremdes Gefühl. Aber es ist auch lustig. Ja, sehr lustig. Oder eigenartig. Seltsam. Komisch. Rasend komisch. Aber es ist gut, wirklich. Eine neue Erfahrung, definitiv. Tagebuch an einem fremden Rechner, in anderer Umgebung. Schön, mal wieder etwas Neues. Belebung. Genug jetzt.
Was für ein Tag. Wirklich seltsam. Da beginne ich frühzeitig mit der Arbeit, um in eine Falle nach der nächsten zu tappen. Mittlerweile hat sich der zweite Rechner von mir verabschiedet. Wortlos. Gut, der erste Abschied war endgültig und dem Blechkopf weine ich auch keine Träne nach: Er wird ersetzt und verweilt nicht einmal in meinen Gedanken. Ärgerlich genug, dass ich mein ohnehin schon vorbelastetes Konto wieder bemühen muss. Wenn denn alles glatt geht. Da gibt es für Selbständige noch mehr Fallen, das ist wirklich nicht sonderlich gerecht. Nein, nicht dass ich jammere, aber hätte ich einen Einkommensnachweis, dann wäre alles kein Problem. Vielleicht kann ich mich ja anstellen und mir Gehalt zahlen. Fein, dann habe ich auch Urlaubsanspruch und bekomme Weihnachtsgeld. Super. Äh, wo war ich? Ach so, der zweite Rechner, der sich heute verabschiedete, hatte einen Herzinfarkt. Im übertragenden Sinne: Das Netzteil des denkenden Metalls hatte einen Defekt und ich, jawohl, ich selbst habe es erneuert. Ein chirurgischer Eingriff ohne große Vorkenntnisse, basierend auf meinem Instinkt. Naja. Immerhin: Ich habe es geschafft, aber das hat mich auch einen Großteil des Vormittages gekostet, bezahlt habe ich freilich mit Zeit – und es gab kein Wechselgeld. Schade. Hrmpf. Die anderen unerquicklichen Dinge erklären sich dann von allein: Die Abbuchung des Finanzamtes ist natürlich vollkommen in Ordnung, allein deshalb, weil ich vergessen habe, meine längst abgeschlossene Steuererklärung an das Finanzamt zu schicken und die Damen und Herren dort nur das verrechnen können, was ihnen auch vorliegt. Meine Steuererklärung jedenfalls nicht – schön, dass dieser Fehler so dicht bei meiner mentalen Unordnung liegt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich im Juli gemacht habe. Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein – na, nicht so wichtig, das Geld bekomme ich ja trotzdem wieder. Ganz sicher? Ja. Mensch.
Oh, ich habe „Die Unglaublichen“ gesehen. Fein. So. Und nun bin ich ganz begeistert? Mja, ich war schon immer ein Pixar-Fan, aber so umwerfend fand ich den Film nicht, „Toy Story“ hat mir wesentlich besser gefallen. Oh, da fällt mir ein, dass T. noch einige Filme von mir hat, das muss ich morgen mal klären. Rechtzeitig vor Weihnachten. So. Genau. Und weil Weihnachten ist – nein, sicher nicht deswegen – habe ich mir eine Mütze gekauft. Schwarz. Und eine CD. Silber. Zumindest innen. Ich höre sie gerade, fein: „Jane’s Addiction“ – und ich weiß jetzt gar nicht mehr, woher ich die Gruppe kenne. Schade, ich bin wirklich alt geworden. So alt, dass ich sogar mit einer Mütze auf dem Kopf nach draußen gehen muss, weil mir sonst kalt wird. Ach, und bevor ich es vergesse: Ich habe heute Popcorn gegessen und es hat mir geschmeckt – tja, Herr Sengbusch, die Veränderungen sind unübersehbar und sogar schmackhaft.
Pah, an einem fremden Rechner sitzend schreibe ich ja noch mehr als zu Hause, am besten ich verfasse meine nächste Kurzgeschichte hier. Oder am besten das zweite Buch. Oder ein Gedicht. Nein, dann bekomme ich sicher Ärger, Gedichtgene sind hier rar – macht ja nichts, ich habe meine eigenen Gene.
Grüße: Genau, Grüße. An L., den flitzenden Flash und Hui-Buh-Freund, an meine Katze, die mich hoffentlich mal vermisst – jetzt siehst Du , was Du davon hast. An die umgekippte B. und an meinen kalten Kopf – es ist ja alles wieder gut und warm. Und an „Jane’s Addiction“, denn das habt ihr gut gemacht. Finde ich. Ach, und dann noch an die freundliche Verkäuferin bei Budnikowski: Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit der Dame vor mir. Mensch. Und jetzt schicke ich Mützengrüße in die Welt, mal sehen, wem ich sie über den Kopf ziehe.
Was für ein Tag. Wirklich seltsam. Da beginne ich frühzeitig mit der Arbeit, um in eine Falle nach der nächsten zu tappen. Mittlerweile hat sich der zweite Rechner von mir verabschiedet. Wortlos. Gut, der erste Abschied war endgültig und dem Blechkopf weine ich auch keine Träne nach: Er wird ersetzt und verweilt nicht einmal in meinen Gedanken. Ärgerlich genug, dass ich mein ohnehin schon vorbelastetes Konto wieder bemühen muss. Wenn denn alles glatt geht. Da gibt es für Selbständige noch mehr Fallen, das ist wirklich nicht sonderlich gerecht. Nein, nicht dass ich jammere, aber hätte ich einen Einkommensnachweis, dann wäre alles kein Problem. Vielleicht kann ich mich ja anstellen und mir Gehalt zahlen. Fein, dann habe ich auch Urlaubsanspruch und bekomme Weihnachtsgeld. Super. Äh, wo war ich? Ach so, der zweite Rechner, der sich heute verabschiedete, hatte einen Herzinfarkt. Im übertragenden Sinne: Das Netzteil des denkenden Metalls hatte einen Defekt und ich, jawohl, ich selbst habe es erneuert. Ein chirurgischer Eingriff ohne große Vorkenntnisse, basierend auf meinem Instinkt. Naja. Immerhin: Ich habe es geschafft, aber das hat mich auch einen Großteil des Vormittages gekostet, bezahlt habe ich freilich mit Zeit – und es gab kein Wechselgeld. Schade. Hrmpf. Die anderen unerquicklichen Dinge erklären sich dann von allein: Die Abbuchung des Finanzamtes ist natürlich vollkommen in Ordnung, allein deshalb, weil ich vergessen habe, meine längst abgeschlossene Steuererklärung an das Finanzamt zu schicken und die Damen und Herren dort nur das verrechnen können, was ihnen auch vorliegt. Meine Steuererklärung jedenfalls nicht – schön, dass dieser Fehler so dicht bei meiner mentalen Unordnung liegt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich im Juli gemacht habe. Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein – na, nicht so wichtig, das Geld bekomme ich ja trotzdem wieder. Ganz sicher? Ja. Mensch.
Oh, ich habe „Die Unglaublichen“ gesehen. Fein. So. Und nun bin ich ganz begeistert? Mja, ich war schon immer ein Pixar-Fan, aber so umwerfend fand ich den Film nicht, „Toy Story“ hat mir wesentlich besser gefallen. Oh, da fällt mir ein, dass T. noch einige Filme von mir hat, das muss ich morgen mal klären. Rechtzeitig vor Weihnachten. So. Genau. Und weil Weihnachten ist – nein, sicher nicht deswegen – habe ich mir eine Mütze gekauft. Schwarz. Und eine CD. Silber. Zumindest innen. Ich höre sie gerade, fein: „Jane’s Addiction“ – und ich weiß jetzt gar nicht mehr, woher ich die Gruppe kenne. Schade, ich bin wirklich alt geworden. So alt, dass ich sogar mit einer Mütze auf dem Kopf nach draußen gehen muss, weil mir sonst kalt wird. Ach, und bevor ich es vergesse: Ich habe heute Popcorn gegessen und es hat mir geschmeckt – tja, Herr Sengbusch, die Veränderungen sind unübersehbar und sogar schmackhaft.
Pah, an einem fremden Rechner sitzend schreibe ich ja noch mehr als zu Hause, am besten ich verfasse meine nächste Kurzgeschichte hier. Oder am besten das zweite Buch. Oder ein Gedicht. Nein, dann bekomme ich sicher Ärger, Gedichtgene sind hier rar – macht ja nichts, ich habe meine eigenen Gene.
Grüße: Genau, Grüße. An L., den flitzenden Flash und Hui-Buh-Freund, an meine Katze, die mich hoffentlich mal vermisst – jetzt siehst Du , was Du davon hast. An die umgekippte B. und an meinen kalten Kopf – es ist ja alles wieder gut und warm. Und an „Jane’s Addiction“, denn das habt ihr gut gemacht. Finde ich. Ach, und dann noch an die freundliche Verkäuferin bei Budnikowski: Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit der Dame vor mir. Mensch. Und jetzt schicke ich Mützengrüße in die Welt, mal sehen, wem ich sie über den Kopf ziehe.