Eingeschlafen

Hm. Nun sitze ich doch wieder an den Rechnern. Doch. Wieder. Hm. Nun, es gibt ja auch noch Arbeit, es ist nicht so, dass ich arm daran wäre, mich zu beschäftigen. Nein, sicher nicht. Ich lege mich einmal früher ins Bett und bekomme eine Flut von diesen Kurznachrichten auf mein Mobiltelefon. Hm. Tagelange Stille und plötzlich sind sie alle da. Hier. So kann ich nicht einschlafen, jetzt bin ich wieder wach. Ich mein, ich bin richtig wach. Und mein Kopf ist wieder rastlos. Wo ist meine Brille? Ach, im Bett. Hm. Nein, ich denke, es ist gefahrlos, sie noch zu holen, dem Schlaf erliege ich so schnell nicht.

So. Ich bin wieder hier. Mit der Brille und einem rasch geschüttelten, nicht gerührten Karamel-Cappuccino. Glücklicherweise hält der Deckel dicht. Bin ich müde? Nein. Kraft für ein paar Stunden habe ich jetzt, dann kann ich mich hinlegen und schlafen. Hinterher. Ob es mir meine Leser irgendwann danken, kann ich nicht sagen. Es sind noch nicht genug Abonnenten, auch wenn die Zahl langsam steigt. Langsam. Ich kann mir eher beim Schrumpfen zusehen als der wachsenden Abonnentenzahl. Geduld, Herr Sengbusch, ein wenig Geduld. Dabei bin ich doch schon so viel besser darin geworden, auf etwas zu warten. Besser. Es ist aber noch ein weiter Weg. Noch ein weiter Weg. Lernen, üben. Ich bin ja dabei. Aber. Hm. Es gibt noch ein paar Nummern, die ich anrufen muss, ein paar Menschen, die mir noch Geld schulden und ein paar Menschen, die mir zugesagt haben, dass sie mir entgegen kommen werden. Entgegen. Ja. Ich werde ihnen entgegen gehen und darauf hoffen, dass ich morgen Erfolge verzeichnen kann. Oh, meine innere Stimme schreit, dass ich nicht hoffen, sondern daran glauben soll. Gut-gut, ich werde daran glauben.

Bevor ich mich an das Schreiben der letzten Berichte mache, werde ich noch ein paar Katzenbilder auf der Seite unterbringen, die ich schon vor zwei Tagen, rechtzeitig zur Liebeserklärung hatte einstellen wollen. Aber mein Kopf vergisst. Zu vieles. In diesen Tagen. Löcher. Überall. Die Bilder. Ach ja.

Grüße. An T., ganz wichtig, an M. mit dem Dank für das Verständnis, an A., die nun schon wieder erwähnt wird und immer, immer, immer wieder an C. - wobei Grüße nicht ausreichen. Ich werde mir etwas ausdenken. Genießt die Nacht, ich denke an die, deren Bilder ich in meinem Kopf habe.

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