Liebeserklärung

Da liegt sie nun, halb auf mir und halb neben mir, den Kopf auf meiner Armbeuge blinzelt sie mich immer wieder an. Verschlafen, ein wenig. Vielleicht ist sie auch verliebt - ich bin es noch immer. Noch immer nach neun Jahren. Verliebt in die weichsten Pfoten der Welt, in zwei ausgefranste Ohren, die Geschichten von nächtlichen Kämpfen erzählen, in den Duft des Fells, der ganz anders rieht und in das Schnurren, das meine dunkle Nächte rettet. Verliebt in den Schwanz, der mitunter zuckt, in das zickige Miauen, das sie bei jeder Gelegenheit anbringt und in ihre Wimpern, die ich so spät erst entdeckte, dass ich mich über jeden Tag ärgern möchte, an dem ich nicht von ihnen wusste. Wenn die Tage so anstrengend sind, wenn ich so sehr an allem zweifle wie heute, dann ist sie in meiner Nähe. Sitzt auf meiner Schulter oder legt sich auf mich, auf meinen Bauch. Alles ist gut jetzt.

Anstrengender, entspannender Tag. Bin mit meinem Kopf unterwegs gewesen, überall. Ich habe gesammelt und gesucht, habe auch gefunden. Erkenntnisse und Lösungen. Ich werde noch ein wenig kreisen, wie ein Adler über der Beute, bevor ich das alles niederschreibe, bevor ich deutlicher werde. Aber ich bin mir sicher, dass der Weg richtig ist. Immerhin. Und nun lege ich mich ermattet ins Bett.

Grüße. An alle. Wirklich. Ich denke, dass hat sicher jeder verdient. Mein Lächeln für alle. Und meine Katze schnurrt.

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