Im Farbrausch

Watte-weiche Gedanken, Migräne, durch dir nicht viel drängt. Weder von innen nach außen noch umgekehrt. Müde bin ich, kaum geschlafen. Ein paar Stunden, ich denke, es waren vier. Das beste Ypsilon von allen arbeitete selbständig und ich schlief. Zu wenig. Keine Frage. Früher. Ach. Früher kam ich mit wenigen Stunden oder gar keinem Schlaf aus, heute ist das anders. Keine Lamenti, bitte.

Durch die bunten Straßen getrieben bin ich, als ich das beste Ypsilon von allen nach Harburg fuhr. Zum Arzt, vermutlich ist mein Knieleiden ansteckend. Und all die vielen Menschen machen mich nachdenklich, überall kann ich etwas sehen, etwas erkennen, vielleicht nicht immer alles, aber doch so viel. Und es macht sich breit in meinem Kopf, ich kann die Schmerzen fühlen, ich kann die Bilder hinter de Augen sehen, Alles ist plötzlich in mir, in meinem Herzen, in meinem Kopf. Und die Welt fragt mich, was denn nur mit mir sei, warum das Leben mir so schwer fiele. Was ist denn nur? Nun. Nur. Ich kann es keinem erklären und wenn, dann begänne ich mit mir selbst, dann erklärte ich mir, warum das alles in mir ist, wie das alles in mich dringt. In diesen Tagen platzt mein Kopf, ich kann es fühlen. All das um mich herum findet keinen Platz mehr und drängt dennoch in mich, immer mehr Fragen und ich soll Antworten geben, ich soll Lösungen finden. Sie wollen mit mir reden und sie verstehen meine Stille nicht. Mein Kopf, mein armer Kopf. Von meinem Herz mag ich nicht reden.

Immer wieder das Gerede über den tristen Herbst. Es scheint mir, dass niemand seine Augen öffnet, wenn er nach draußen sieht. Die Bäume blühen in prächtigen, lebendigen Farben, nicht in dem tristen Frühlingsgrün, das so schnell das Auge ermüdet. Vergilbt, verwelkt - alles Unsinn. Ich taumle durch den Wald, berauscht von all den Farben, von der klaren, frischen Luft. Und wenn erst die Sonne durch die Blätter wirkt, dann ist alles im neidvollen Gelb, dann wird alles warm. Trist? Alles Unfug. Auch nicht dann, wenn die Blätter gefallen sind, wie kleine Krieger einen Tod sterben und die Bäume kahl, ihre Zweige in die Wolken recken. Nein, nicht trist. Tausende von schwarzen Strichen malen Bilder, malen ein Bild und mein Kopf lässt sich bewegen. Durch das Dickicht vor meinen Augen. Nein, der Herbst in meine Jahreszeit, hier bin ich zu Hause. Und ich freue mich über jeden Tag im November, der es draußen ein wenig kälter werden lässt. Ein wenig. Der erste Frost. Und ich in meinem Bett, mit Kerzen auf der Fensterbank, Inga sieht im Zwielicht aus dem Fenster und meine Katze liegt schnurrend neben mir. So könnte es immer sein. Denke ich.

Ich denke, ich sollte ein wenig schlafen. Ein wenig. Ich habe noch etwas Auberginen und Zucchini, die in einer Pfanne vor sich hindösen. Müde. Ich und das Gemüse. Im Bett werde nur ich Platz finden. Und das Röcheln aus den Lautsprechern, ein paar bewegte Bilder, dann schlafe ich sicher.

Und vorher: Grüße. Ja. An C., die viel zu weit weg ist und an M. - ein großartiger Einfall, das Bild mit dem Handy zu fotografieren. An das beste Ypsilon von allen, das sich bitte, bitte keine Gedanken mehr um die Zeitungen macht und an meinen Bruder - wo kommst Du denn jetzt her? An meine Mutter mit dem Dank meines Magens und ganz sicher nicht an meinen Onkel. Punkt. Ich bin jetzt in der Woche angekommen, genießt mit mir den Herbst - er ist einfach wundervoll.

Zuletzt geschrieben

Newsletter

captcha