Ausreden

Ach, ich bin furchtbar. Ob ich mit mir auskommen würde, fragte mich jemand. Auskommen. Manchmal kann ich mich nicht ertragen, weil ich den ganzen Ärger sehe, den ich anrichte, weil ich mich erkenne. Ich kann mich im Spiegel sehen und erschrecke. Manchmal. Meistens schließe ich die Augen. Momentan sehe ich klar und versuche es zu verdrängen. Dann wieder versuche ich daran zu arbeiten. Dann wieder zu verdrängen. Es ist eine Phase, in der sich alles wandelt. Alles dreht sich. Seltsame Woche, in denen es um Kopf und Kragen geht. Um meinen Kopf. Der Kragen gehört zu einem Hemd, das mir nicht gehört. Am liebsten trage ich daher Kapuzenpullover, verstecke mich. Noch ein Kopftuch. Ruhe. Und es fehlt an Zeit. Ich flüchte mich in die verschiedensten Situationen, um abgelenkt zu sein. Dann wieder vor dem imaginären Spiegel. Kopfschüttelnd. Mensch, Armin. So geht es nicht. Auch wenn meine beste Freundin sagt, dass ich so bin wie ich bin und dass es so richtig ist. Für sie. Aber ich komme damit nicht klar und daran muss ich arbeiten. An vielen Dingen. Und ich muss an Lösungen arbeiten. Jetzt. Heute Nacht. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Donnergrollen. Ein Gewitter zieht auf und ich muss an den Film "Powder" denken. Vielleicht sollte ich einfach nach draußen und sehen, was passiert. Ich danke Dir, M, dafür, dass Du mir diesen Film ans Herz gelegt hast. Ein Blitz. Wenn ich jetzt die Sekunden bis zum Donner zähle, dann weiß ich, wie weit das Gewitter weg ist. Nein, ich kenne die Formel nicht mehr. Ist auch nicht so wichtig. Ich habe immer noch ein wenig Angst vor Gewittern und wer darüber lacht, erntet von mir ein Lächeln. Und so wünsche ich allen furchtlose Stunden mit Blitz und Donner.

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