Außerirdische

Die Wiedergeburt. Hm. Nein, nur der Film, der vierte Teil der Alien-Reihe, der nebenher läuft. Zerstreuung für meinen Kopf, für meine Gedanken. Wie passend. Die Wiedergeburt. Ich mag Sigourney Weaver, ich mochte sie schon immer. Ich weiß gar nicht, in welchem Film ich das festgestellt. Hm. Ich glaube, es war "Dave" - aber ich bin mir nicht sicher. Nein, jetzt weiß ich: Es war in "Ghostbusters", wobei ich mir damals den Namen nicht merken konnte. Oder nicht merken wollte. Er ging auf jeden Fall verloren. Aber ich fand diese Frau faszinierend und je mehr ich über sie erfahre, desto spannender finde ich sie. Finde ich sie. Ja. Doch. Warum auch nicht. Und jetzt begleiten sie und ein paar Außerirdische mich durch die Nacht.

So. Und dann war da noch der Ally-Abend. Sehr entspannt, auch wenn mir dann immer wieder Kleinigkeiten auffallen, die ich in meinem Leben vermisse. Ich werde sie immer vermissen, weil ich dafür nicht gemacht bin, aber ich hätte sie eben gern. So, wie ich lange Haare toll finde, aber mir stehen sie nicht. Nein. Sie werden lockig und das nervt. Außerdem werden es weniger. Das auch noch. Und der Ally-Abend. Vielleicht sollte ich auch Anwalt werden und einer Kanzlei arbeiten, dann erlebe ich so schrille Dinge. Ich mag Ally McBeal: Anderen ist sie zu hektisch, mir gefällt ihre Art. Ihre Art. Ich weiß ja, dass es nur eine künstliche Figur ist, das kann ich schon erkennen. Aber ich mag diese künstliche Figur. Und ich mag John. Für mich ist und bleibt diese Serie einmalig, sie wird es auch in Zukunft bleiben, schließlich kann ich in Ermangelung des Fernsehprogramms mir keinen neuen Suchtfaktor schaffen. Will ich auch gar nicht, ich will schreiben. Und hin und wieder mit B. zusammen Ally gucken. Ein wenig wehmütig werden und wieder nach Hause fahren. B. schläft auf dem Sofa ein, ich starre auf den Bildschirm. Ob mich das störe, hat sie gefragt. Nein, für mich ist das ein Kompliment, es ist ein Zeichen von Vertrauen und sich wohl fühlen. Für mich. Keine Beleidigung. Auch das Gähnen empfinde ich nicht als schlimm - und wenn mich jemand nicht mag, dann muss er dafür keine Müdigkeit vortäuschen.

Ich habe heute zum ersten Mal ein Buch signiert. Hm. Gut, ich hatte Frau W. auch etwas in ihr Exemplar geschrieben, aber das zählt nicht, das war etwas anderes. Als B. mich darum bat, war ich wirklich aufgeregt. Sehr. Und in einem unbeobachteten Moment habe ich es dann getan. Eine Widmung. Das war gut, ein gutes Gefühl. Wenn auch seltsam. Der Weg wird immer klarer, ich kann schreiben, ich bin besser als ich es mir in meinem kleinen Kopf so vorstelle. Seltsam. Und ich freue mich darüber, wenn es anderen gefällt. Sehr. Fast werde ich ein wenig mutig. Fast. Nicht übertreiben, Herr Sengbusch. Die erste Widmung und wenn ich mir etwas wünsche, dann möchte ich, dass so etwas für mich nicht zur Routine wird. Ganz gleich, wie oft ich es mal machen sollte. Bitte. Danke.

Ich versuche jetzt zu schlafen, die Außerirdischen sind tot, Sigourney Weaver hat überlebt. Rasch noch Grüße. An B., der nächste Ally-Abend kommt bestimmt, und an meine Mutter, an meine Katze, die sich jetzt mal ruhig hinlegen soll und an ein paar Erinnerungen, die mir heute durch den Kopf schossen. Nein, keine Kugeln, es waren Erinnerungen. Ich lege mich jetzt neben mich, ich bleibe allein. Es ist einfach besser so.

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