Fast wie in alten Zeiten
Herr Sengbusch, darf ich jubeln? Ich bitte darum. Gut: Ja! Ja! Ja! Es geht noch, ich bin älter, langsamer und meiner Haut grauer geworden, aber es gibt noch ein paar Dinge, die ich kann. Nicht mehr ganz so dynamisch wie früher, aber der Sprung in den Spaghat klappt noch. Fast einwanfrei. Fast. Gut, ich will im hohen Alter meinen Körper nicht zu sehr quälen, es war schon waghalsig genug, dass ich sprang, ohne mich vorher aufzuwärmen. Aber. Es geht, es geht, es geht. Nach der vergangenen Nacht ist das nun wirklich ein gelungener Start in die Woche, tatsächlich haben auch noch ein paar Anzeigenkunden das ruhige Wochenende benutzt, um sich mit ihren Bank-Programm vertraut zu machen. Es ist immer noch zu wenig, aber ein Anflug von Entspannung. Ein Hauch. Ein winziger Atemzug voll Entspannung. Und jetzt, nachdem die Sonne den Tag geweckt hat, sieht es auch noch nach Regen aus - es werden Stunden nach meinem Geschmack, ich sollte häufiger in den Nächten gänzlich auf Schlaf verzichten - die große Müdigkeitskeule kommt sicher noch, aber ich bin erst einmal wohlauf. Erst einmal. Und ich bin gesprungen. War es das? Ja, Herr Sengbusch, das war der Jubelabsatz.Das Wochenende war eine mittlere Katastrophe. Im mittleren Bereich deshalb, weil es ja auch noch einige Höhenflüge gab, unter anderem der wieder gefundene Kontakt mit E., der gelassene, entspannte Abend mit F. und zwei, drei passablen Fotos. Immerhin. Eben. Es gab demnach gedankliche Delikatessen - aber dennoch bin ich nach dem Wochenende hinreichend müde. Im Kopf, im Bauch, im Herz. Der Samstag war halbwegs passabel, die Fotos gut, das Essen mit F. entspannt - die Nacht blieb aber voller Gedanken und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Ich weiß, dass ich am frühen Morgen eingeschlafen bin, weil ich irgendwann aufwachte. Ich habe also geschlafen, vielleicht ein paar Stunden. Vielleicht war das zu viel, vielleicht war es zu wenig - ich weiß es nicht. Ich habe fast 22 Stunden durchgehend gerarbeitet, was letztlich kompletter Unsinn war. Unter anderem auch deshalb, weil ich die letzten vier, fünf Stunden wie in Trance vor den Rechnern saß. Wirklich Armin, das ist schwachsinnig. Schwach sinnig. Ja, das ist es, keine Frage. Ich wollte nur endlich fertig werden, endlich fertig werden. In den vergangenen Wochen habe ich es auch immer wieder geschafft, aber diesmal. Hm. Einfach leer. Müde. Hohl. Mir fielen Namen nicht mehr ein, simple Formulierungen musste ich mehrfach schreiben. Ich hätte um Mitternacht aufhören sollen, das wäre vernünftig gewesen. Ich glaube, mich ärgert jetzt am meisten, dass ich nicht müde werde: Ich lag noch ein paar Stunden im Bett, wollte schlafen, aber es reichte nur zu einem verkrampften Dösen, in dem mein Körper mehr wach als in irgendeiner Traumwelt war. Vielleicht klappt es heute Abend, heute Nacht. Ich glaube, ich brauche mal wieder Schlaf. Richtigen, gesunden, tiefen Schlaf.
Ha. Ich habe mein Lied wieder entdeckt: "Tarfur" von Quarashi. Ich weiß gar nicht, wie ich so lange darauf verzichten konnte. Heute jagen mich die Isländer wieder durch den Tag, auch wenn ich gar nicht weiß, wovon die Kerle da eigentlich singen. Aber der Rhythmus, der Klang der Stimmen, das ist treibend, das ist gut. Dazu dann noch ein paar Klänge von Project Pitchfork und der Tag ist fast gerettet. Ja, und es hat tatsächlich mittlerweile angefangen zu regnen, ich wusste es. Ich kann es riechen. Schön. Mein Lächeln. Alles geht, auch an diesem Montag. Fein.
Grüße. Äh, ja. An meinen Lieblings-M, der gestern so krank war und nun bald mit seiner Herzdame zusammenzieht - ich drücke Dir mindestens einen Daumen. An die geschmolzene Gedankenschwester, an E. - ich höre mir nachher mal eine Familienaufstellung an - und dann an AltA - Danke! Außerdem noch an meine Katze und meine Sehnen, die heute alles unbeschadet überstanden haben. Beide, sowohl die Katze als auch die Sehnen. Mein Lächeln, wie fein. Es geht ja doch noch, fast wie in alten Zeiten