Hässlich wie ich
Wer dumm ist, muss auch länger arbeiten. Oder noch länger Tagebuch schreiben. Ich und meine wilden Tastenkombinationen, damit sich die Fenster schneller schließen. Klick. Weg. Klasse. Wenn ich dann auch noch das falsche Programm angewählt habe, ist dann eben auch mal ein kilometerlanger Text weg. Verschwunden, im virtuellen Nirvana. In just jenem Moment habe ich mir eines der Hefte gewünscht, eines mit karierten Blättern und ich schreibe eng, nutze jede Zeile aus. Schlage ich dann das Heft zu, dann finde ich jeden Gedanken und jeden Buchstaben wieder. Aber gut, ich will nicht klagen, ich habe mich für die Datentechnik entschieden, die unberufen auch deutliche Vorteile hat. Deutliche. Und ebensolche Nachteile, denn der Eintrag von heute Nachmittag ist verschwunden. Ich winke jetzt noch virtuell, dann vergesse ich diesen Fehltritt.
Gestern habe ich viel gearbeitet, viel geschafft, viel bewegt - und am Ende doch den Tag verloren. An die Bank, die mir irgendwann den Garaus machen wird. Ganz freundlich, gan bestimmt. Geldsorgen, sie nehmen kein Ende. Keine Frage, dass auch diese unerquicklich Tatsache mein Handeln lähmt. Und in jenen Momenten, in denen der monetäre Strick meinen Hals würgt, fällt mir diese Szene ein, die ich vor knapp 20 Jahren am Hauptbahnhof erlebte. Dieser Bettler, der plötzlich seinen Arm um mich legte und mir leicht lallend zuraunte: "Alter, hast Du mal 500 Mark für mich?" Die Erfolgsquote des Herren war sicher gering, aber ich werde beim nächsten Mal, wenn ich mit der Bank spreche, nicht mit pokerähnlichen Tausenderschritten um das Erhöhen des Kreditrahmens bitten, sondern gleich auf eine sechs- oder siebenstellige Summe gehen. Dann hätte ich bis an mein Lebensende Ruhe, wer nach mir kommt, wird viel erben. Als Pfand werde ich meinen Kopf anbieten, mal sehen, ob die Anzu- und Kostümträger darauf eingehen. Vermutlich nicht, aber es rettet meine Laune. Heute. Und sonst auch.
Gestern Abend mit Loriot und J. unter einer Decke, gekichert und gelacht und dann dorch wieder nicht eingeschlafen. Irgendetwas ist mit meinem Kopf, läuft aus dem Ruder. So hatte ich fortwährend das Lied "Outside" von Staind im Kopf - das war ziemlich nervig. Nein, so schlimm war es auch nicht, aber...
(...)
I’m on the outside
I’m looking in
I can see through you
See your true colors
Cause inside you’re ugly
You’re ugly like me
I can see through you
See to the real you
(...)
...so ist es. Als ob ich vor mir stehe und mich selbst ansinge. Oh, ich kann das ganze Lied so auswendig mitsingen wie andere das "Vater unser" beten - das kann ich wiederum nicht. Aber mit Gott habe ich auch nicht viel zu tun, er vermutlich auch nicht viel mit mir. Vermutlich, wer weiß das schon. Ziemlich viel nachgedacht habe ich so in der vergangenen Nacht, während J. friedlich schlief. Dummes Zeug in meinem Kopf, neben mir ein ruhiger Körper, der eigentlich auch mich beruhigen sollte. Sollte. Ach. Nichts funktioniert, ich schon gar nicht. In den frühen Morgenstunden bin ich mehrfach eingedöst, immer mal wieder. Eingeschlafen bin ich dann für eine Stunde, nachdem J. fort war. Hm. Fort. Und dann war er wieder da, der nächste Tag. Voll mit Arbeit. Ich mittendrin, irgendwo dazwischen. Und müde. Und immer noch wach. Leg Dich doch mal hin, sage ich immer wieder zu mir. Aber das nützt alles nichts, ich kann mich hinlegen und schlafe doch nicht. Es ist zu viel im Kopf, es ist zu viel im Herz, es ist zu viel. Zu viel zu viel.
Die Narbe unter meinem Auge hat sich entzündet. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen, vielleicht ist es auch auch nur irgendetwas, was raus will. Schmutz, lästige Gedanke, irgendetwas. Raus. Aber es schmerzt und pocht hin und wieder, das ist ärgerlich, das ist hinderlich.
Ins Bett. Zumindest werde ich mich hinlegen und mir einen Film ansehen. Grüße? Ja, doch. An J. mit dem Dank für den angenehmen Abend und an C., weil ich das gerade nicht verstehe. Muss ich ja auch nicht. An AltA, weil die Decke einfach fabelhaft ist und an meine Katze, die immer alles ausbaden muss. Auch mich. Danke. Und wenn irgendjemand eine CD von "Dolmen" hat, auf der das Lied "Femme fatal fiction blues" zu finden ist, dann küsse ich jeden Zeh einzeln. Ich habe die Platte irgendwann mal verschenkt und jetzt ist das Werk vergriffen. Dumm.
Gestern habe ich viel gearbeitet, viel geschafft, viel bewegt - und am Ende doch den Tag verloren. An die Bank, die mir irgendwann den Garaus machen wird. Ganz freundlich, gan bestimmt. Geldsorgen, sie nehmen kein Ende. Keine Frage, dass auch diese unerquicklich Tatsache mein Handeln lähmt. Und in jenen Momenten, in denen der monetäre Strick meinen Hals würgt, fällt mir diese Szene ein, die ich vor knapp 20 Jahren am Hauptbahnhof erlebte. Dieser Bettler, der plötzlich seinen Arm um mich legte und mir leicht lallend zuraunte: "Alter, hast Du mal 500 Mark für mich?" Die Erfolgsquote des Herren war sicher gering, aber ich werde beim nächsten Mal, wenn ich mit der Bank spreche, nicht mit pokerähnlichen Tausenderschritten um das Erhöhen des Kreditrahmens bitten, sondern gleich auf eine sechs- oder siebenstellige Summe gehen. Dann hätte ich bis an mein Lebensende Ruhe, wer nach mir kommt, wird viel erben. Als Pfand werde ich meinen Kopf anbieten, mal sehen, ob die Anzu- und Kostümträger darauf eingehen. Vermutlich nicht, aber es rettet meine Laune. Heute. Und sonst auch.
Gestern Abend mit Loriot und J. unter einer Decke, gekichert und gelacht und dann dorch wieder nicht eingeschlafen. Irgendetwas ist mit meinem Kopf, läuft aus dem Ruder. So hatte ich fortwährend das Lied "Outside" von Staind im Kopf - das war ziemlich nervig. Nein, so schlimm war es auch nicht, aber...
(...)
I’m on the outside
I’m looking in
I can see through you
See your true colors
Cause inside you’re ugly
You’re ugly like me
I can see through you
See to the real you
(...)
...so ist es. Als ob ich vor mir stehe und mich selbst ansinge. Oh, ich kann das ganze Lied so auswendig mitsingen wie andere das "Vater unser" beten - das kann ich wiederum nicht. Aber mit Gott habe ich auch nicht viel zu tun, er vermutlich auch nicht viel mit mir. Vermutlich, wer weiß das schon. Ziemlich viel nachgedacht habe ich so in der vergangenen Nacht, während J. friedlich schlief. Dummes Zeug in meinem Kopf, neben mir ein ruhiger Körper, der eigentlich auch mich beruhigen sollte. Sollte. Ach. Nichts funktioniert, ich schon gar nicht. In den frühen Morgenstunden bin ich mehrfach eingedöst, immer mal wieder. Eingeschlafen bin ich dann für eine Stunde, nachdem J. fort war. Hm. Fort. Und dann war er wieder da, der nächste Tag. Voll mit Arbeit. Ich mittendrin, irgendwo dazwischen. Und müde. Und immer noch wach. Leg Dich doch mal hin, sage ich immer wieder zu mir. Aber das nützt alles nichts, ich kann mich hinlegen und schlafe doch nicht. Es ist zu viel im Kopf, es ist zu viel im Herz, es ist zu viel. Zu viel zu viel.
Die Narbe unter meinem Auge hat sich entzündet. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen, vielleicht ist es auch auch nur irgendetwas, was raus will. Schmutz, lästige Gedanke, irgendetwas. Raus. Aber es schmerzt und pocht hin und wieder, das ist ärgerlich, das ist hinderlich.
Ins Bett. Zumindest werde ich mich hinlegen und mir einen Film ansehen. Grüße? Ja, doch. An J. mit dem Dank für den angenehmen Abend und an C., weil ich das gerade nicht verstehe. Muss ich ja auch nicht. An AltA, weil die Decke einfach fabelhaft ist und an meine Katze, die immer alles ausbaden muss. Auch mich. Danke. Und wenn irgendjemand eine CD von "Dolmen" hat, auf der das Lied "Femme fatal fiction blues" zu finden ist, dann küsse ich jeden Zeh einzeln. Ich habe die Platte irgendwann mal verschenkt und jetzt ist das Werk vergriffen. Dumm.