Aufgewühlt

Äh, ja. Hm. Das ist, nein, das war wieder so einer dieser Tage, an denen ich am besten den Mund halte und abwarte, was geschieht. Alles in die Welt hinauszuschreien könnte sich als böses Omen entpuppen und am Ende misslingt all das, was sich aus zauberhafte Art als Zukunft präsentiert. Stille. Hrmpf. Und das mir, dem ewigen Plappermaul. Naja, gut, AltA habe ich heute davon erzählt, in dem Telefonat mit S. habe ich es auch erwähnt, aber ins Tagebuch schreibe ich es jetzt nicht. Nein. Es wird noch früh genug hier auftauchen, wenn es wirklich akut ist. Oder wird. Was auch immer. Es juckt mir in den Fingern, es nun doch zu schreiben. Nein, das werde ich nicht tun. Nein, nein, nein. Furchtbar ist das mit mir. Nein, ich mache jetzt auch keine Andeutungen, ein geschriebenes Wort ist in dieser Hinsicht wie eine Hinrichtung des Traums. Glaube ich.

Apropos Träume: Ich sollte dringend schlafen, aber ich finde den Weg nicht. Hui Buh liegt auf meinen Beinen, ich liege, sitze auf dem Stuhl am Schreibtisch und vertreibe meine Gedanken mit der Zeit. Oder umgekehrt. In den vergangenen Tagen habe ich das Richtige getan, das habe ich heute gemerkt, nachdem ich J. nach Hamburg gefahren habe und auf dem Rückweg viel Zeit hatte. Frau Feenblau ist eine geduldige Zuhörerin und sie gibt keine Widerworte - manchmal ist das ganz angenehm. In diesen Tagen habe ich wieder leichte Anflüge von Größenwahn, glaube ich. Letztlich ist es einfach ein gutes Gefühl, das in mich kriecht, ein Gefühl, das mich lächeln und stark macht. Hm, wenn das Größenwahn ist, dann will ich noch ein wenig mehr davon, die Welt werde ich schon nicht erobern wollen. Vielleicht mit Worte bewerfen, mehr aber auch nicht. Ist das Größenwahn genug, Herr Sengbusch? Ja, doch, das reicht, denke ich.

Ach, das ist wieder ärgerlich: Ich muss längst ins Bett, aber ich habe mal wieder das Gefühl, dass ich einfach zu viel Zeit ungenutzt lasse. Blöd, wirklich. Wenn ich jetzt schlafe, dann habe ich morgen den ganzen Tag Raum für alles, was ich auch jetzt im halb wachen, halb schlafenden Zustand tun kann, könnte oder wollte. Und wenn ich gar nicht schlafe? Armin, das ist Unsinn, Du brauchts Schlaf. Mja, aber nicht so viel. Mensch, aber ein bisschen dann auch doch.

Ich weiß nicht, ob ich schlafen kann, aber ich kann grüßen: An AltA und das kleine A., denen ich morgen, nein, nachher viel Spaß wünsche - fast wäre ich ja noch mitgekommen. An J., wir werden Hannover "rocken", und an S. - wir finden schon etwas Lustiges. Äh, und dann noch an I. mit dem Dank für die Hilfe: Wenn das alles klappt, dann bin ich Dir einiges schuldig. Finde ich. Hm. Es geht aufwärts, mein Lächeln ist da auch noch irgendwo. So. Nehmt euch, was ihr braucht.

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