Frank ist unterwegs

Ich trete die Tür am besten gleich ein, statt mir ihr ins Haus zu fallen. Oder um es anders ausdrücken: Heissa, Frank ist unterwegs. Jetzt, bester Armin, komme mir nicht mit der Frage "Wer ist Frank?", denn das wäre jetzt sehr vergesslich. Von mir. Und wenn ich dann doch irgendwann vor dem Tagebuch sitze und mich frage, wer zur Hölle - oh, das ist gut - jetzt gemeint ist? Hm. Frank Black, der Mann mit der zerklüfteten Stirn von der Millenium-Gruppe ist hierher unterwegs. In einem Karton. Auf Silberlinge gebrannt. Und ich bin aufgeregt. Meine Serie kommt zu mir. Wenn "Night Watch" im Herbst mein Film wird - und das hoffe ich -, dann ist Millenium meine Serie. Zusammen mit Ally McBeal, ja. Aber eben auch mit einem ganz anderen Hintergrund. Ei, ich freue mich schon so sehr, dass mir meine Füße warm werden. Was für ein Fest in meinem Kopf, ich kann dort graue Fahnen schwenken und Sprechchöre erklingen lassen. Frank ist auf dem Weg. Wie wunderbar. Die Dunkelheit als Serie, der Sommer ist gerettet.

Der helle Wahnsinn. Heute. Ich habe heute viel gearbeitet, sehr viel. Und ich habe eine gute Zeitung gemacht, auch wenn ich mir nicht sicher bin, dass diese Arbeit momentan gewürdigt wird. Hm. Ach, das ist letztlich auch gar nicht wichtig: Hauptsache, ich hatte heute meinen Spaß. Mit den Fußballtexten. Ja, den hatte ich. Und ich muss gleich noch einmal nachsehen, wie viele Texte ich heue geschrieben habe. Das war wirklich eine Menge, am frühen Abend war ich wirklich überrascht. Von mir. Zwischendurch blieb auch noch Zeit für die Pixelwelt und ich kann mich in solchen Momenten diebisch darüber freuen, was ich für ein Privileg ich genieße. Zu Hause. Den ganzen Tag. Zwischendurch ein paar Schritte in den Wald machen, nachdenken. Mit der Pelztochter ein paar Worte wechseln, ein paar Sekunden in der Sonne weilen und dann wieder in den Schatten gleiten. Musik, nur das eine Lied noch mal. Und ein Blick auf die Vorschau von "Night Watch". Und ein defekter Rechner. Und ein Glas Eistee. Und ich bin immer noch zu Hause. Zu Hause. Was für ein Privileg, heute konnte ich es genießen. In vollen Zügen.

Hu. AltA hat mir heute Abend den Entwurf für die Einladung der Lesung geschickt. Wieder ein Stück mehr Aufregung. Ein Stück mehr. Das Gute daran ist, dass es nur geladene Gäste sind, dass die Zahl überschaubar bleibt und ich mir keine Gedanken über das "danach" machen muss. Aufgeregt bin ich dennoch - und das ist gut so. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf der Bühne stand. Hm. Mit den Talentoren? Oder danach mit dem Mikrofon? Nein, ich weiß, es war diese riesige Jubiläumsfeier. Hm. Aber die ist auch schon fünf Jahre her. Ungefähr. Nun, wie auch immer: Ich setze mich gleich an den Schreibtisch und arbeite den Entwurf aus, dann ist auch das fertig. Zum Schreiben komme ich heute nicht mehr, aber das macht dann auch nichts. Seit drei Tagen versuche ich, eine Geschichte aus dem Kopf zu werfen, aber sie klammert sich an alles, was sie greifen kann, um in mir zu bleiben. Vermutlich habe ich auch noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Hm.

Grüße. An AltA mir einem gewaltigen Lächeln, an die Gleichgesinnte und an meine Pelztochter. An die Heringe in meinem Bauch, an die Luft in den Matratzen und an meine Mutter. An meine Finger, an den Bauch, an I. und die Suche nach der Kneipe - auch wenn der Verlag schweigt - und an die Gedankenschwester: Es wird eng mit der Kamera, entschuldige. Außerdem an T., denn heute habe ich es nicht geschafft, starte aber morgen den zweiten Versuch: Hose, wem Hose gebührt. Zum Abschluss noch ein Granteln für die Kinoschlampe, denn so zickig und zackig habe ich Dich noch nie erlebt. Eine schöne Erfahrung. Finde ich. Und jetzt? Ich gehe duschen und lächle mir Wasser ins Gesicht. Wer schlafen will, träumt bitte für mich mit.

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