Virtueller Jubel
Gut-gut, so ganz zufrieden bin ich noch nicht, außerdem vermisse ich meine Brille. Ich kann das ganze Desaster ja gar nicht erkennen - ah, da fällt mir ein, wo ich das gute Stück gelassen habe. Oben im Bett. Stimmt. Moment. Wieder da. Ich und die Brille. Und mein voller Bauch. Wenn ich irgendwann mal keine Geldsorgen habe, dann ernähre ich mich mal so lange es geht von Krabben. Ich glaube, dass ist gesund. Zumindest für mich.
Seltsamer Tag heute, sehr seltsam. Da spreche ich gestern mit B. über eine Pause und das es eigentlich unmöglich ist - und schon nehme ich sie mir. Naja, halbwegs. Ich denke, ich habe heute weniger gearbeitet als sonst. Ungefähr. Stattdessen habe ich Fußball gespielt - virtuell natürlich, denn bei dem Wetter bin ich nicht in der Stimmung für frische Luft. Und ich muss lächeln, wenn ich an die vielen Spaziergänger denke, die mich mit fast religiösem Fanatismus dazu überreden wollen, doch mal an die frische Luft zu gehen. Das tut so gut. Das ist so gesund. Nein. Bitte. Keine Spaziergänge. Auch nicht mit einer Mütze und gelangweiltem Schrittmaß. Und schon gar nicht mit dem Blick auf die Natur. Ich bleibe und blieb im Haus. So. Aber virtuell in Bewegung, mit spanischem Kommentator, der mir bei jedem Tor ein lang gezogenes "Goooooool" aus dem Lautsprecher entgegenbrüllt. Ja! Und ich stehe mit geballter Faust vor dem Bildschirm und juble mit meinen Spielern. Nur gut, dass mich niemand sieht. Hören kann mich auch niemand, aber Hui Buh betrachtete mich mit halb geschlossenen Augen. Mittlerweile ist sie draußen: Ich glaube, sie fand mein Gebaren unmöglich. Finde ich auch. Mit 37 Jahren spielt man nicht mehr, das ist eine Sache für Kinder. Oder Pubertierende. Meinetwegen auch Mittzwanziger. Aber nicht für einen Mann, der auf die 40 zuläuft und auch noch jubelt. Virtuell. Ich ernte ein schmunzelndes Kopfschütteln von mir. Mach nur weiter so, Armin. Werde ich auch.
Ich werde nun noch ein wenig an der Seite basteln, bis sie so aussieht, wie ich es mir dachte. Kleinigkeiten sind es, die mich aufhalten - und meine eigene Unzulänglichkeit. Ach, ich schaffe es ja doch irgendwie. Und draußen schneit es immer noch. Glaube ich. Vielleicht bleibt ja heute Nacht alles liegen und ich wache morgen geblendet auf. Ausnahmsweise nicht von meinem Wahnsinn, sondern vom Licht. Schick.
Grüße. Ja, das ist heute wichtig. An die nette Frau von der Werbeagentur in Osnabrück und an den Schnee. An B. - und das nicht nur, weil ich die neue Besuchsregelung famos finde - und an meine Katze, die sich mal an die eigene Nase fassen soll. Außerdem an meine Mutter - ich winke - und an meine Nichten, meine Cousine in Berlin und, äh, an mich. Danke schön. Darüber freue ich mich am meisten. Und jetzt gewinne ich noch den Liga-Pokal und feiere die ganze Nach die Meisterschaft. Wer auch feiern will, muss erst einmal gegen mich antreten. Virtuell.
Oh, und ich glaube, mein Lächeln ist wieder da. Schön.
Seltsamer Tag heute, sehr seltsam. Da spreche ich gestern mit B. über eine Pause und das es eigentlich unmöglich ist - und schon nehme ich sie mir. Naja, halbwegs. Ich denke, ich habe heute weniger gearbeitet als sonst. Ungefähr. Stattdessen habe ich Fußball gespielt - virtuell natürlich, denn bei dem Wetter bin ich nicht in der Stimmung für frische Luft. Und ich muss lächeln, wenn ich an die vielen Spaziergänger denke, die mich mit fast religiösem Fanatismus dazu überreden wollen, doch mal an die frische Luft zu gehen. Das tut so gut. Das ist so gesund. Nein. Bitte. Keine Spaziergänge. Auch nicht mit einer Mütze und gelangweiltem Schrittmaß. Und schon gar nicht mit dem Blick auf die Natur. Ich bleibe und blieb im Haus. So. Aber virtuell in Bewegung, mit spanischem Kommentator, der mir bei jedem Tor ein lang gezogenes "Goooooool" aus dem Lautsprecher entgegenbrüllt. Ja! Und ich stehe mit geballter Faust vor dem Bildschirm und juble mit meinen Spielern. Nur gut, dass mich niemand sieht. Hören kann mich auch niemand, aber Hui Buh betrachtete mich mit halb geschlossenen Augen. Mittlerweile ist sie draußen: Ich glaube, sie fand mein Gebaren unmöglich. Finde ich auch. Mit 37 Jahren spielt man nicht mehr, das ist eine Sache für Kinder. Oder Pubertierende. Meinetwegen auch Mittzwanziger. Aber nicht für einen Mann, der auf die 40 zuläuft und auch noch jubelt. Virtuell. Ich ernte ein schmunzelndes Kopfschütteln von mir. Mach nur weiter so, Armin. Werde ich auch.
Ich werde nun noch ein wenig an der Seite basteln, bis sie so aussieht, wie ich es mir dachte. Kleinigkeiten sind es, die mich aufhalten - und meine eigene Unzulänglichkeit. Ach, ich schaffe es ja doch irgendwie. Und draußen schneit es immer noch. Glaube ich. Vielleicht bleibt ja heute Nacht alles liegen und ich wache morgen geblendet auf. Ausnahmsweise nicht von meinem Wahnsinn, sondern vom Licht. Schick.
Grüße. Ja, das ist heute wichtig. An die nette Frau von der Werbeagentur in Osnabrück und an den Schnee. An B. - und das nicht nur, weil ich die neue Besuchsregelung famos finde - und an meine Katze, die sich mal an die eigene Nase fassen soll. Außerdem an meine Mutter - ich winke - und an meine Nichten, meine Cousine in Berlin und, äh, an mich. Danke schön. Darüber freue ich mich am meisten. Und jetzt gewinne ich noch den Liga-Pokal und feiere die ganze Nach die Meisterschaft. Wer auch feiern will, muss erst einmal gegen mich antreten. Virtuell.
Oh, und ich glaube, mein Lächeln ist wieder da. Schön.