Klamme Finger

Ich habe den Tag für mich genutzt: Nach einem kurzen Zwischenhoch, in dem ich produktiv war, habe ich mich verkrochen. In meinen Rechner, ich virtuelle Welten, dröhnend, laut. Spielen. Abgeschaltet, Vollkommen. Meine Hände schmerzen von den Klammergriffen auf der Tastatur, ich habe Schwierigkeiten Zeige- und Mittelfinger zu bewegen. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn der Tag war wichtig. Für mich. Ein wenig Kraft ist wieder da, ich werde heute Nacht noch arbeiten - die Zeit, die ich heute tagsüber in fremden Welten zubrachte, werde ich nun der Arbeit widmen. Und die Kraft ist da. Glaube ich. Wenn ich meine Finger wieder bewegen kann.

Ah. Ein wenig müde bin ich doch, ich gebe es zu. Ein wenig. Ich bin hin und her gerissen, fühle das Bedürfnis, einfach zu schlafen und weiß doch, dass ich noch Arbeit zu erledigen habe, Wenn ich alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe, dann kann ich morgen ausschlafen. Das ist ein Anreiz. Denke ich. Also schließe ich jetzt mit mir einen Kompromiss: Ich werfe noch ein paar Zeilen auf das virtuelle Papier und mache mich dann entspannt an die Arbeit. Ja, ich denke, das ist vernünftig. Was für ein Wort. Aus meinen Fingern.

Die vergangene Nacht war ebenso wunderschön wie anstrengend. Schön war sie, weil ich mit C. gekichert und gelacht habe, weil ich meinen Kopf für ein paar Momente fliegen lassen konnte und er wie ein Luftballon vom Wind getrieben wurde. Alles leicht. Gut. Aber die Nacht war schlaflos wie in meinen grausamsten Tage. Dass ich mich dennoch heute erholt fühle, liegt vermutlich daran, dass die wenigen Stunden Schlaf, in denen C. neben mir liegt, mich wirklich in eine andere Welt bringen. Das ist gut, das brauche ich auch. Das tut gut. Aber die Gedanken der vergangenen Nacht waren anstrengend, sehr anstrengend und immer wieder habe ich mit dem Menschen befasst, der seine Energien darauf verwendet, mich zu kopieren, der nun sogar einen meiner Texte benutzt - ich verstehe die Menschen nicht. Ganz einfach. Ich verstehe sie immer weniger. Kein Wunder, wenn auf der anderen Seite auch ich nicht verstanden werde. Kein Wunder. Aber dennoch versuche ich herauszufinden, was dahinter steckt. Dennoch. Ein vielleicht hoffnungsloses Unterfangen. Vielleicht. Hoffnungslosigkeit macht mich allerdings immer stärker. Glaube ich.

Weil M. und auch einige andere das Fehlen der Grüße beklagt haben, werde ich den von mir ausgesetzten Absatz wieder einführen. Aber ich bitte von Quengeleien und Bitten abzusehen: Ich leite kein Wunschkonzert. Grüße, jetzt: An M. und der Dank für die Unterstützung, an das beste Ypsilon von allen, das nun endlich ins Bett gehen soll, sonst werde ich ungehalten, an C., ohne die momentan nur noch wenig funktionieren würde und an meine Mutter, die mehr als Grüße verdient hat. Und an O., den ich heute versetzt habe, Entschuldigung.

Zuletzt geschrieben

Newsletter

captcha