Nicht schon wieder

Ich hatte gehofft, dass ich es hinter mir gelassen habe, ich war sogar davon überzeugt, dass es nur eine Phase war, die ich durchmachte. Bedingt durch anstrengende Situationen und verschiedene Kopfgeschichten. Bedingt durch körperliche Empfindsamkeit. Bedingt Träume. Immerhin bleiben die Träume in diesen Tagen, Nächten aus. Immerhin. Aber das Nasenbluten ist wieder da. Wie ein Geist, der sich nicht vertreiben lässt. Es begann gestern Nacht, ich habe es erst spät bemerkt, weil ich nicht damit rechnete. Und es setzt sich heute fort, ich fürchte die heftigen Attacken, die mich vor nicht ganz 18 Monaten plagten. 18 Monate. Das ist die Dauer der Tragzeit von Elefanten. Hm. Vielleicht bin ich ein Elefant. Oder meine Nase ist nicht ganz dicht. Oder der Inhalt meines Kopfes ist zu groß. Wer weiß. Wenn ich blute und meine Kopfschmerzen werden dadurch geringer, dann will ich das Übel in Kauf nehmen. Aber nur dann. Nur dann. Aber so lange nur die Träume nicht wiederkehren, will ich auch das Bluten noch ertragen. Seltsam.

Oh, genau: seltsam. Die Menschen. Ich werde nicht aus ihnen schlau, denn es beginnt mich jemand zu kopieren, nimmt Bilder von mir und stellt sich in einem Internetforum dar. Mich plagt es nicht, dass jemand so töricht ist, aber das Verhalten dieses Mannes ist mir unverständlich. Vollkommen. Ich kann Sinn und Zweck nicht erkennen, wenngleich mir klar ist, was er vorhat: Ich soll dort verbannt werden, allein das ist sein Ziel. Seltsam. Wirklich. Und ich kann es nicht verstehen. Vielleicht, weil ich noch nie einen Menschen vertreiben wollte, sondern immer selbst gegangen bin. Ich erhebe keine Besitzansprüche und auch Neid habe ich nicht mehr in meiner Tasche, es gibt bei weitem Wichtigeres, es gibt positivere Emotionen. Und ich mache mir darüber Gedanken, was in so einem Menschen vorgeht, ich würde ihn gern kennen lernen und mit ihm reden, würde mir gern seine Sicht der Dinge erklären lassen. Vielleicht bin ich es, der vollkommen falsch denkt. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

Zeit ist nur heißes Wachs, das mir Löcher in die Gedankendecke brennt. Dieser Satz kreist durch meinen Kopf. Ununterbrochen. Ich weiß nicht, wie ich darauf komme, aber das Bild gefällt mir. Mir. Und das, was mich heute am Leben erhält, ist die Aussicht auf den Abend mit C. und die damit verbundene Ruhe für meinen Kopf. Vorher komme ich nicht umhin, noch zu arbeiten. Aber das ist auch gut so, denn heute bekomme ich auch Geld dafür. Nicht viel, aber es reicht mir.

Und wenn ich heute Nacht wieder blute, dann muss ich mir etwas einfallen lassen. Oder doch zu einem Arzt gehen. Aber ich bin nicht gern dort.

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