Sekunden wie Fische

Ich komme nicht, ich komme nicht zu mir, nicht zu dem, was ich will, ich komme zu gar nichts. Alles rinnt mir durch die Finger, ich kann mich nicht konzentrieren, die Arbeit rauscht vorbei und ich sehe zu. Wie in einem Stadion, an einer Laufbahn. Und manchmal sehe ich auf mein Handgelenk, suche eine Uhr, die ich nicht trage und überlege, wie spät es ist. Mittags. Der Morgen ist längst vorbei, der Tag noch jung, aber der Abend kommt. Ich habe den Begrüßungstext im Mobiltelefon geändert, "Das Chamäleon" hat dort noch keinen Platz, aber die "Dunkelheit kommt" - keine Frage. Und ich bin froh darüber, nicht nur, weil die Tage kürzer werden. Die Dunkelheit kommt, sie ist immer da. So wie die Gleichgesinnte immer im Licht steht, werde ich im Dunkeln bleiben, genau so, wie ich es letztlich will. So wie ich immer klage, damit ich weiß, dass besser Tage kommen und bereits waren. Aber im Moment. Im Moment steht alles Kopf, ich selbst habe die Orientierung verloren, ich suche und finde, aber nicht das, was ich will. Das ist ärgerlich, aber ich werde es ändern. Schon bald. Die Zeit verrinnt, Sekunden schlüpfen wie Fische nur meine Netze, aber irgendwann, irgendwann kriege ich sie. Für einen Augenblick.

Grüße. An die Gedankenschwester, die eMail mit den Daten kommt morgen - es sind aber auch viele Zahlen. An M. mit dem Dank an die zauberhafte Nachricht, aber ich leite sie nicht weiter. Und an die Gleichgesinnte, durch die hell und dunkel ganz neue Dimensionen bekommen, durch die Luft etwas zum Anfassen und darauf stehen ist. Und an all die, die ohne Plan durch das Leben laufen: Ich weiß nicht wo ihr seid, aber gehört dorthin - meine Unterstützung wartet an der nächsten Ecke.

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