Kopfschuss

Ich bin müde. Entsetzlich müde. Nicht körperlich, sondern im Kopf. Es ist mal wieder so weit, ich kann nicht mehr. Mittlerweile kommen schon Klagen, dass ich so wenig in mein Tagebuch schreibe - na und? Ich bin müde, ich bin abends kaum in der Lage einen vernünftigen Satz in meinem Kopf zu formen, geschweige denn mit den Fingern auf die Tastatur zu bannen. Ich bin und bleibe müde. Erschöpft. Leer. Mir fällt alles auf, aber nicht mehr in den Kopf. Leer. Dabei hätte ich allen Grund zur Freude, schließlich habe ich es geschafft, dass meine Zeitung vorerst am Leben bleibt. Irgendwo erklingen sicher Schalmeien, aber nicht in meinem Kopf. Der Kopf schmerzt. Aua. Eine Kugel durch die Knochenhülle jagen und durch das Loch den Schmerz wie dunklen Schleim herauslaufen sehen. Raus. Weg damit. Funktioniert nicht, im Gegenteil ich habe noch mehr Schmerzen im Kopf. Irgendetwas fehlt mir in diesen Tagen. Vielleicht ist es die Bewegung, die mir fehlt. Vielleicht fehlt mir die Musik, ich habe seite Wochen keine Saite mehr berührt. Müde bin ich. Müde.

Und ich gehe jetzt ins Bett. Ich bin so leer, dass ich den Kopf mit irgendetwas Hirnlosem füllen werde. Vielleicht mit "Riddick", vielleicht mit irgendeinem Alien-Film, vielleicht finde ich noch etwas anderes in meinem Regal. Keinen Anspruch bitte, einfach nur hohl und leer. Vielleicht ergiebt zu viel Leere ein Vakuum, so dass durch den Unterdruck etwas Gehaltvolles in den Kopf gesogen wird. Naja, die Hoffnung ist noch da.

Und wer weiß, wie Schalmeien klingen, soll es mir mal vorspielen.

Zuletzt geschrieben

Newsletter

captcha