Detonationen

Die großen Bomben explodieren in Städten, legen die Elektrizitätsversorgung lahm und verseuchen alles in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Menschen sterben, Millionen von Schicksalen, die plötzlich im synchronen Schrei enden. Die große Bomben legen viel mehr Energie lahm als sie beim detonieren entfachen, die großen Bomben sorgen für eine schier endlose Stille. Und die großen Bomben sind unausweichlich. In meinem Kopf sind sie immer da, ich träume davon und ich mag die Augen deshalb nur ungern schließen. Nur ungern. Manchmal träume ich andere Dinge, die mich überraschen. Die großen Bomben. In meinem Leben muss immer alles groß sein, ein wenig dramatisch und morbide. Aber am Ende sind es die kleinen Bomben, die meine Städte lahm legen, die mich lahm legen. Klick. Klick. Bumm. Die kleinen Bomben in meinem Kopf, die zwar nur Häuser zerstören. Einzeln. Aber ich kann den Verfall verfolgen, sehe das Drama und lasse den Tränen freien Lauf. So. Was ist los? Ich bin genervt von mir, von meinen Defiziten und von meinem Verhalten. Von meinen Kopfschmerzen und vom Nasenbluten, das sich mittlerweile wieder heimisch fühlt. Genervt, genervt, genervt.

Kryptisch. Ja. Alles verschlüsselt heute. Wird mir zu viel. Ich muss mich sortieren, morgen ist alles besser. Hoffentlich. Sortieren. Wenn ein Chaot sortiert, dann wird es nicht ordentlich. Gefährliche Stimmung, die Bombe, die explodiert, bin mal wieder ich.

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