Energetische Verstopfung

Ein Akt der Verzweiflung, ein fast schon peinlicher Versuch: Ich habe einen Lotto-Schein ausgefüllt. Zwei Gründe gibt es dafür, die ich mir zwar nicht vorher parat gelegt, aber hinterher gefunden habe. Zwei. Immerhin. Zum Einen - und das ist wirklich ein schöner Grund, finde ich - mag ich es, vom Gewinn zu träumen, mir auszumalen, was ich mit dem Geld machen würde, wem ich wie viel schenken würde, weil er oder sie es dringend braucht, was ich damit für mich tun könnte, wie einfach das Leben sein würde. Ja. Und der andere Grund ist mehr als entsetzlich und jagt mir Schweiß durch die Poren, denn ich träume nicht nur von dem Gewinn, ich hoffe darauf, weil es ein Ausweg aus der Misere wäre. die kleinste fünfstellige Summe würde reichen, immerhin - ich will nicht maßlos sein. Eine Mischung aus beidem. Und ich weiß, dass ich für mein Geld hart arbeiten muss, ich darf, ich werde nicht gewinnen. Da bleibt mir der erste Grund, der zumindest für ein paar leichte Gedanken sorgt. Ein paar.

Ich erinnere mich gerade heute daran, dass ich vor langen Jahren ein Loch in eine Holzwand schlug. Purer Zorn. Und es war das einzige und letzte Mal, dass ich das getan habe - aber heute würde ich es gern wieder tun, wenn eine Holzwand in der Nähe wäre. Stattdessen übe ich Gelassenheit und ich versuche, mich zu beruhigen. Oh, ich unterdrücke nichts, ich suche mir nur andere Auswege. Und meine Energien in Zorn zu verschwenden, ist mehr als unsinnig. Dummerweise habe ich noch keinen Weg gefunden, um die Kraft in mir nach draußen zu lassen. Verstopfung. Wirklich. Es ist ein wenig viel, viel Arbeit und wenig Ehre, noch weniger Geld und jede Menge Erschöpfung, Depressionen und Tränen. Allerdings bin ich dankbar dafür, dass ich weinen kann - andere vermögen nicht einmal das. Nicht einmal das. Nicht einmal. Das.

Alles viel zu konfus. Ich breche hier besser. Ab. Und dann sehe ich weiter. Kraft, die nicht nach draußen dringt, verklebt alle Öffnungen, vor allen Dingen die in meinem Kopf. Schmerzen. Klasse. Nicht alles so schwarz sehen, sagen die, die im Licht stehen. Und ich sage: Mir ist es sonst zu hell. Wer lacht, hat nicht immer verstanden.

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