Feuerbrüder

Es gibt genug Menschen, die mich für verrückt halten. Für größenwahnsinnig. Für weltfremd. Mit der neuen Geschichte gebe ich ihnen sicher neuen Nährboden, aber das ist mir nicht wichtig. Diese Geschichte ist anders als das, was ich vorher verfasste, sicher keine Wende in meinem Tun, aber ein Ausreißen, vielleicht auch der Versuch, einen anderen Kontinent zu betreten. Sicher bin ich mir immer noch nicht, ob ich mit der Geschichte zufrieden bin, aber es gibt zumindest zwei, drei Sätze, die mir wirklich gefallen und die ich aufheben werde. So weit, so gut. Ich habe mich also entschlossen, die Geschichte hier unterzubringen. Vielleicht hat jemand Spaß daran, mir fällt dabei gerade auf, dass mir auch der Titel gefällt. Gut. Wichtig war es es in jedem Fall, wieder etwas zu schreiben. Ich fühle mich ein wenig freier, ich bin ein wenig entspannter, ich habe mich selbst von einer Last befreit. Warum nicht gleich so? Ich habe gestern Abend lange darüber nachgedacht, während ich unter der Dusche stand, während ich im Wagen durch den hektischen Verkehr trieb. Seltsam, wie eilig es die Menschen immer haben, überall hinzukommen, um dann diesen Ort ebenso schnell wieder zu verlassen. Aber warum nicht gleich so, warum schreibe ich nicht jede Woche eine Geschichte und sorge dafür, dass es mir, dass es meinem Kopf besser geht? Genug Geschichten gäbe es, keine Frage, es mangelt mir nicht an Ideen. Aber. Ja. Wo ist das aber. Aber es ist schwierig, die Ruhe vor dem Sturm zu schaffen. Der Sturm, der mich aus Buchstaben Worte formen lässt, der Sturm, der meine Gedanken in Absätze presst. Die Ruhe davor ist schwer zu finden. Es gab Zeiten, da war es leichter, aber da gab es andere Prioritäten und ich nachdem ich gestern lange darüber nachgedacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Ziele wieder dem anzupassen, was mir gut tut. Ich war nie darauf versessen, viel Geld zu besitzen. Nein. Das war und das ist mir unwichtig. Die Zwänge, in die ich gepresst werde, nein, in die ich mich selbst presse, kann ich umgehen. Nicht problemlos, aber es wird funktionieren. So langsam finde ich wieder einen Weg durch den Nebel meines Lebens.

Dieser Sonntag wird nicht so schlimm, an diesem Tag ist bei weitem nicht so viel zu tun wie an den vorangegangen. Pokalspiele. Und ich werde auch noch einmal gegen die Kugel treten. Voraussichtlich zum letzten Mal, kaum jemand weiß es. Es macht keinen Sinn mehr, es schmerzt mehr, als dass es mir Freude bereitet. Gewinnen, verlieren - das ist nicht so entscheidend, mein Knie hingegen ist ein wichtiger Faktor. Und die Zeit, die ich dafür aufbringen muss, die mir jetzt fehlt. Ein Schlussstrich. Ein zaghafter. Mit Bleistift, wie A. sagen würde. Vermutlich werde ich doch noch zwei, drei Mal auf dem Platz stehen, ehe dann im kommenden Sommer endgültig Schluss sein wird. Ohne Widerrede. Aufhören, wenn das Flüstern im eigenen Körper lauter wird. Ein wenig seltsam wird es sein, keine Frage: Es ist, es war die einzige Konstante in meinem Leben. Alles andere kam und ging, nur die Sonntage, die Abende in der Woche, bei schlechtem und gutem Wetter mit dem Spaß am Sport, mit dem guten Gefühl hinterher. Aber irgendwann ist Schluss. Alles endet. Irgendwann.

Ich muss mich nun beeilen. Ein wenig. Aber ich schaffe es schon. Keine Frage. Meine Gedanken gehören C., die ohne es zu wollen, immer das tut, was richtig ist. Mein Lächeln. Mein schwebender Kopf. Mein Bauch. Mein Herz. Und das beste Ypsilon von allen: Ich befürchte, sie nicht vor dem bewahren zu können, was ihr bevorsteht. Jeder muss seine Fehler selbst machen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie nicht daran zerbricht. Ich werde alles dafür tun, damit das nicht geschieht.

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