Des Teufels Bruder

Wie spät ist es, verflixt? Der Tag ist wieder gegangenen, wieder fehlt mir Schlaf und eventuell eine warme Schulter. Nein, eine eventuell warme Schulter. Nun, zumindest was den Schlaf angeht, werde ich mir heute Nacht helfen und nachdem ich trainiert habe, mich und meinen Körper einfach betten. Schlafen. Ausruhen. Und ich denke, das habe ich mir auch verdient.

Ich beginne zu vergessen, zu viele Dinge, die um mich herum geschehen. Fehlende Aufmerksamkeit. Ich fuhr auf der falschen Seite, während T. neben mir, mich höflich, aber lautstark auf meinen Fehler hinwies. Ich habe mich dabei nicht einmal erschrocken, sondern fuhr zunächst gelassen auf der falschen Seite weiter, wunderte mich lediglich über die entgegenkommenden Lichter. Die Stadt ist verwirrend. Ich bin verwirrt. Ich schiebe es auf den Schlafmangel, ich schiebe in diesen Tagen vieles auf den Mangel an Schlaf, wobei ich mir mittlerweile gar nicht mehr sicher bin, ob ich die ganze Zeit wach war. Gedächtnislücken. Vielleicht hätte ich unentwegt Tagebuch schreiben sollen, dann wäre nichts verloren gegangenen von der geisterhaften Reise durch die Tage. Schlaf wird kommen, dieser Zustand ist bald Vergangenheit.

Mein Kopf, er funktioniert noch. Anderfalls hätte ich nichts schreiben könne, hätte ich das neue Gedicht nicht verfassen können. Nur ein paar Gedankenblitze, die durch sieben Ratten ausgelöst wurden. Ein Auswurf der Schlaflosigkeit mit einem Dank an die Rattenkönigin T. und damit verbundenen Genesungswünschen.

Mein Körper fühlt sich besser an, das Training tut mir gut, ich habe auch wieder etwas abgenommen. Ich mag es, ich finde es großartig, wenn ich mich schlank fühle. In den Wochen zuvor hatte ich immer wieder Gefühl, zu dick zu sein, und ich denke, ein Großteil des fehlenden Wohlbefindens lag auch daran. Ich weiß, ich weiß, ich muss mich eben einfach mehr bewegen. Einfach. Gut, jetzt tue ich es wieder, jetzt fühle ich mich gut. Oder zumindest besser.

Und mehr, noch mehr Filme. Ich will noch mehr Filme vom und mit dem Teufel sehen. Was mich jedoch immer wieder verärgert, ist der Sieg des Guten. Immer wieder. Schriebe ich eine Geschichte, dann bliebe nicht das Licht, sondern das Dunkel. Und ich werde eine Geschichte schreiben, keine Frage, eine Geschichte, die das in sich trägt, was ich in den Filmen noch vermisse, was mir fehlt, damit das Ganze perfekt ist. Eine Anleitung zur Machtübernahme. Ich hoffe, dass ich bald die Zeit finden werde, um in Ruhe zu schreiben. Mit Hunger nach diesem Thema wird größer, mittlerweile mache ich schlechte und durchschnittliche Filme zu guten, weil mir das Teuflische daran so gut gefällt. Gabriel Byrne in "End of days" - einfach großartig. Und auch wenn einige Menschen behaupten, ich sei der Teufel oder zumindest sein Bruder, dann denke ich, dass ich nicht ganz so böse bin. Nicht ganz. Oder zumindest auf eine andere Art. Eine sanfte Art des Bösen. Ja. Ich muss diese Geschichte schreiben.

Ein paar Grüße. An die verrückten Mobiltelefone, die mittlerweile ihr eigenes Leben entwickeln und an deren Besitzer. An O., der mich heute nachhaltig zum Lachen brachte und an S., die mir gestern am späten Abend noch ein Lächeln in die Wangen trieb. So einfach kann das alles sein. Oh, nicht zu vergessen das fulminante Sushi-Essen, mit Grüßen an den Luxus und den Gedankenaustausch, der ohnehin immer missverstanden wird.

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