Abgesagt

Ganz spontan. Eine Einladung zu einer Party. Und ich war bereits in entsprechende Kleidung geschlüpft, entschied mich im letzten Moment dann aber doch für mich selbst. Es war schön, eingeladen zu werden, aber ich bin heute nicht n der Stimmung. Statt dessen habe ich mich entschieden, nun doch noch zu arbeiten, doch noch ein paar nächtliche Fotos zu machen und Präsenz zu zeigen. Wie lobenswert. Sollte ich nicht noch einschlafen, was momentan durchaus möglich sein kann. Muss aber nicht, ich kann durchaus daran verzichten. Auf Schlaf. Vermutlich wird es so sein, dass, wenn ich mich jetzt wirklich aufraffe - und das kann doch nicht so schwer sein -, ich schließlich müde im Auto sitze und spätestens auf dem Heimweg mich frage, warum ich das gemacht habe. Ja. Und dann sage ich zu mir: Du hättest auch zu der Party fahren können. Genau. Denke ich dann. Habe ich aber nicht getan. Mache ich auch nicht. Und nun, da ich darüber schreibe, habe ich Mühe, mich aus dem Bett zu zerren. Die Musik macht mich gemütlich, ich liege und denke, ich schreibe und denke und arbeiten kann ich auch morgen noch. Und ich liege und schriebe, ich denke und liege. Ganz ehrlich: Wenn ihr heute Abend noch länger nachdenke, dann kippt die Stimmung um. Wie ein See ohne Sauerstoff. Fische schwimmen bauchwärts. Algen an der Oberfläche. Hm. Nein, das möchte ich nicht. Ich sollte arbeiten. Ich sollte wirklich arbeiten. Oder irgendetwas anderes machen. Wenn ich arbeiten will, dann muss ich jetzt das Haus verlassen. Jetzt. Hallo, Armin. Jetzt. Ach. Ich höre nicht auf mich. Was bin ich nur für ein Mensch, so antriebslos. Heute. Mir fehlt eine Woche Urlaub. Und ich finde, das ist nicht zu viel verlangt. Eine Woche Urlaub im Jahr, irgendwie muss es möglich sein. Vielleicht zu viel verlangt, vielleicht ist es auch zu viel der Klage. Aber ich finde das angemessen. Und jetzt treffe ich eine Entscheidung.

Ich grüße: Die hektischen Einkäufer am Samstag, die auch nicht eher wieder zu Hause sind, wenn sie mir den Einkaufswagen in die Fersen schieben. Und an den Wettergott, wenn es ihn denn gibt sowie an mein schlechtes Gewissen: Ich kann auch gut ohne Dich leben. An die Radieschen, die mittlerweile ihren Weg gefunden haben und an A., die mich mit der Einladung bedachte - beim nächsten Mal. Allen anderen schicke ich lächelnde Gute-Nacht-Gedanken...

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