Ganz wie der Mond

Ich verdränge es immer wieder, ich will es nicht wahr haben. Die Kraft des Mondes. Ich kann sie verleugnen, ich kann mich dagegen wehren, aber ich bin ein Gefangener. So wie Ebbe und Flut. Ich bin ein Gefangener. Das ist im Grunde genommen nicht schlimm. aber heute Nacht würde ich gern schlafen. Wirklich gern. Ich brauche den Schlaf, die Ruhe, die Erholung. Ich brauche sie. Die Gleichgesinnte atmet ruhig und trotzdem kann ich nicht schlafen, Hui Huh schnurrt vor sich hin und trotzdem kann ich nicht schlafen. Trotzdem. Trotz allem. Vielleicht schreibe ich mich jetzt müde, vielleicht gelingt es. Hm. Nein, wohl eher nicht. Eine weitere schlaflose Nacht, davor kann mich auch die Gleichgesinnte nicht retten. Nicht einmal sie, das will etwas heißen. Immerhin kann ich sie wieder sehen, die Bilder, Fetzen von Konversation, Fragmente von Geschichten, im Kopf habe ich am Buch weiter geschrieben, im Kopf habe ich Lösungen gefunden und das ist schon ein Anfang. Ja. Ich werde mich nicht unter Druck setzen, es kommt alles so, wie ich es will - ich brauche lediglich etwas Geduld und davon habe ich mittlerweile eine Menge. Genug nicht, aber eine Menge. Hm. Vielleicht setze ich mich jetzt noch ein wenig auf den Balkon, die frische Luft wird mir gut tun und der Mond ist einfach ein prächtiger Anblick - gerade für diejenigen, die sich nicht in Werwölfe verwandeln. Der Wald rauscht so verzaubert, dass ich mich im Grunde genommen nur darüber freuen kann, dass ich in Nächten wie diesen schlaflos bin. Im Grunde genommen, denn ich möchte gern schlafen. Vielleicht später, vielleicht auf dem Balkon.

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