Nasskatze

Prima. Mir ist schon wieder schlecht. Seit Tagen geht das nun schon so und die Erklärung liegt auf der Hand: Ich esse zu viel Süßigkeiten. Eben, ich bin selbst Schuld. Und ich beklage mich auch nicht. Nicht so richtig. Ich könnte mich auch gesund ernähren. Von Körnern. Von Obst und Gemüse, von irgendwelchen Säften, die ohne Zucker und Wasser aufbereitet sind. Vielleicht wäre mir dann nicht schlecht. Vielleicht. Wer weiß. Vielleicht ginge es mir dann auch noch schlechter. Vielleicht. Die amerikanischen Restaurants verkaufen angeblich ebenfalls gesunde, warme Kost. Schnell zu essen. Leider werden alle Gerichte in einwandfreiem Englisch benannt. Die "Tomaten-Tritte" hätte ich beinahe nicht bekommen, weil mich niemand verstand. Schade. Und ich wurde missbilligend gemustert. Wie ein Verrückter. Vielleicht bin ich es. Aber diese Käse-Bälle schmecken weder warm noch kalt, ganz anders als meine Süßigkeiten. Die schmecken mir immer und hinterher ist mir eben schlecht. So.

Und draußen der Regen. Meine Katze geht vermutlich nur an die frische Luft, um in der Natur zu duschen. Sie lässt sich anschließend von mir abtrocknen, sie genießt es, wenn ich sie mit einem Handtuch abreibe, und dann ist sie glücklich. Angst hatte sie, als es zu donnern begann, verkroch sich in meinem Pullover. Ohne zu zittern. Aber sie wusste, dass ihr dort nicht passieren würde. Und dass niemand anderes unter meinen Pullover kommt - außer meiner Hand, die sie dort streichelt. Wenn das Zusammenleben immer so einfach wäre, wie es mit meiner Katze ist, dann, ja, dann. Genau. Das mag ich jetzt nicht weiter ausführen. Schlimm genug, dass ich immer mehr davon rede und denke, mit meiner Katze zusammen zu leben. Schrullig. Ich weiß.

Ich versuche jetzt Ruhe zu finden. Und ich grüße. Alle die, die daran glauben, dass Fußball im Fernsehen mehr Spaß macht als Kommunikation und die neuen Nachbarn, die am Wochenende das Grundstück nebenan bevölkern werden. Ich werde mich vermutlich dort nicht vorstellen und grüße aus diesem Grund, die Unsicheren und die Schüchternen. Und ich grüße die, die aufgehört haben mich zu grüßen. Warum auch immer. Eine Tiefebene der Höflichkeit - ich gebe mir Mühe.

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