Gewohnt ungewohnt

Ich kann mich noch nicht so recht entscheiden. Nein, das stimmt nicht, ich habe mich schon entschieden: Der Abend verläuft seltsam und ich kann nicht schlafen. Woran das liegt, ist mir freilicg klar, aber es will dennoch nicht meinen Kopf. Nicht so recht. Es ist verständlich, dass ich mich an das frühe Schlafen gewöhnt habe, meinetwegen auch daran, dass ich nicht allein im Bett liege. Aber dass ich mit einer ruhigen Nacht, in der ich mal wieder endlos Zeit für mich habe, nichts anzufangen weiß, dass erschreckt mich ein wenig. Es macht mich im gleichen Maß auch glücklich, weil ich mich in diesem Moment für normal erachte. Ja. Vollkommen normal. Warum soll es mir nicht so gehen wie so vielen anderen Menschen auch. Zumindest einmal kann das so sein. Ich werde mein Tagebuch füllen und dann versuchen, im Bett Ruhe und Schlaf zu finden. Mal sehen, ob das funktioniert. Kein Film, einfach schlafen. Mal sehen, ob das funktioniert. Einfach schlafen. Mal sehen. Hm.

So. Morgen ist es nun so weit: Der Tag, der Tage - Weihnachten. Was in diesem Jahr anders ist? Ich gebe es nur ungern zu, aber ein wenig freue ich mich darauf, ein wenig. Nicht zu viel, aber genug, um mit einem Lächeln am Rechner zu sitzen. Es wird ein ganz neues Weihnachten, denn das beste Ypsilon von allen wird mit dabei sein. Ungewöhnlich wird es für alle sein, aber gut. Davon bin ich überzeugt. Und ich finde es goßartig, dass das beste Ypsilon von allen über den eigenen Schatten gesprungen ist und nun diesen Tag mit einer fremden Familie verbringt. Ich täte mir da auch schwer, ganz sicher. Auf der anderen Seite wäre es auch ihr nicht möglich gewesen, vor dem Tag zu fliehen. Ihre Fahrt in das Appartment hat sie abgesagt und feiert stattdessen nun also mit meinen Eltern, meinem Bruder und mit mir. Ich denke, dass es eine weise Entscheidung ist. Denke ich. Und ich denke auch, dass es ihr Spaß machen wird. Außerdem ist der Frieden am Tisch gewahrt, ich denke, dass der Mann meiner Mutter sich ein wenig zusammmenreissen wird - was für angenehme Aussichten.

Zum ersten Mal seit langen Jahren habe ich Weihnachten etwas geschenkt. Na, nicht zu Weihnachten, ich habe B. heute schon ein Buch gegeben. Irgendwie. Schwierig. Für alle Beteiligten. Aber. Richtig. In meinen Augen. Im Grunde genommen schenke ich ja gern, es sollte nur nicht an fest gesetzten Tagen sein. Wenn, dann einfach so. Oder irgendwann. Zwischendurch. Mittendrin. Aber nicht am 24. Dezember. Oder am 10. August. Nein, bitte nicht. Ich hoffe, dass ich morgen verschont bleibe, das schönste Geschenk fand ich ohnehin schon heute in meinem Weihnachtskalender.

Ich gehe ins Bett, ich kann schlafen. Ganz sicher. Ich habe das Gefühl in mir, dass diese Ruhe bringt. Gut, wirklich gut. Grüße. An ALtA, die letzten beiden Einträge sind auf dem neuen Rechner entstanden - einwandfrei. An den kleinen König, auch wenn er das gar nicht liest. Pah. Und an die Fünf-Zimmer-Wohnung, die mich noch gar nicht kennt. Bezaubernder Gedanke. Wirklich. An B. und die Latzhose und an die Damen und Herren von Burger King - nach wie vor ist das sehr lecker. Oh, und ich lächle mal wieder und verschicke gratis ein paar Kostproben.

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