Profane Probleme

Ach herjeh. Auch das noch. Ich bin aufgeregt. Meine Beine kribbeln und ich denke über den morgigen Tag nach. Ach, und das alles nur wegen eines Fußballspiels. Wie bitte? Ja, ein Fußballspiel. Ein wichtiges Spiel und ich will es gewinnen. Ich weiß, dass viele gar nicht begreifen können, dass ich gern gegen den Ball trete. Und die, die wissen, dass ich den Sport gern mag, können wiederum nicht begreifen, dass ich mich nicht mehr dafür interessiere. Noch mehr. Mein Spiel und das reicht. Ich sehe mir kein Männer in kurzen Hosen an, auch nicht im Fernsehen. Selbst die Weltmeisterschaft interessiert mich nicht sonderlich. Aber das Spiel morgen, das ist wichtig. Für mich und die Mannschaft, in der ich spiele. Oh, und ich weiß, wie ich wichtig mein Mitwirken ist, was mich ein wenig unter Druck setzt. Ein wenig. Aber unter Druck bin ich besser. Denke ich. Und ich bin aufgeregt, denn es ist eines dieser Spiele, das ich nur einmal spielen und von dem ich noch träumen werde. Ich weiß es. Lächerlich. Ich sollte mich um andere Dinge kümmern, denke ich dann. Aber nein. Nein. Ich will dieses Spiel, ich will es genießen, ich will gewinnen. Mein Spiel. Und aufgeregt. Bin ich. Weil morgen noch viel mehr geschehen wird. Alles geben, alles bekommen. Mal sehen, ob das auch funktioniert.

Noch ein paar Minuten, dann ist Mitternacht. Die Stunde des Teufels. Meine Stunde, meine Zeit. Und ich bin natürlich nicht müde. Aber es wäre wichtig, dass ich schlafe. Wichtig. Immens wichtig. Ich muss schlafen. Aber ich bin aufgeregt. Mir fallen in solchen Momenten seltsame Dinge ein, nur, damit sich mein Kopf ablenkt. So hat meine Mutter mir mal verraten, dass ich, wenn ich ein Mädchen geworden wäre, Alexandra geheißen hätte. So. Und ich bin immer noch aufgeregt. Meine Beine kribbeln. Vielleicht muss ich mich auf andere Art ablenken, ich werde mal sehen, was mir noch so einfällt. Den Kopfhörer auf die Ohren und lauschen. Dem Rhythmus. Gesang. Morgen werde ich laute Musik hören, am besten eines der Lieder, das mich schon durch wilde Fußballerzeiten begleitete. "Problem Child". Eine gute Wahl, denke ich. Ach, was für Luxus, dass ich mich mit derart profanen Problemen plage. Ich muss lächeln und bin ein wenig abgelenkt, Das ist gut. Das ist sehr gut. Das Problemkind lächelt.

Ich grüße alle, die sich hier herumtreiben. Ich bin so aufgeregt, dass ich heute keine Ausnahme mache. Oh, was wird das nur für ein Tag.

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