Unterwelt

Oh, es war es war ein guter Tag, ein wirklich guter Tag. Ich habe den ganzen Tag im Bett verbracht und nach Ruhe gesucht. Gesucht und gefunden. Ich habe es so weit getrieben, dass ich heute Abend dann auch noch im Bett gearbeitet habe. Nicht ganz fertig geworden bin ich, aber ich hatte auch genug, ich wollte nicht mehr. Müde. Ich denke, ich habe in diesen Tagen viel geschafft und habe es mir verdient, dass ich ein wenig weniger arbeite. Morgen vormittag - also heute - werde ich den Rest schreiben, den ich nicht mehr geschafft habe. Gut. Da ist dann auch noch genug Zeit, bevor ich mich am Nachmittag mit A. treffe. Gutes Wetter, vermutlich im Freien. Hm. Ich sollte vorher noch ein wenig schlafen, am Ende finde ich dort Entspannung und schlafe ein, das macht dann immer einen schlechten Eindruck. Immer. Meistens.

Heute Nacht im heimischen Lichtspielhaus: "Underworld". Ich glaube, dieser Film war ein gigantischer Flop im Kino. Oder er ist schlicht untergegangen, was zum Namen passen würde. Aber allein die Tatsache, dass es ein Vampir-Film ist, macht ihn für mich interessant. Ich mag das. Ich habe gestern Nacht noch lange darüber gegrübelt, ob ich nicht bald wieder zum Kajal greifen sollte. Am vergangenen Wochenende hatte ich es getan, am Freitag, als ich bei S. auf der Party war und wir uns schließlich noch unter das Volk mischten. Und ich mit dem Kajal. Ich würde es gern wieder machen, meine Augen schwärzen, wieder Totenköpfe im Ohr tragen. Die Zeit wird kommen. Irgendwann. Jetzt ist es schwierig, ich muss für etwas stehen und ich muss auch einen Hauch von Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Sollte ich Kajal um die Augen tragen, Totenköpfe und "Spikes" im Ohr haben, dann kann ich den Kontakt mit den Anzeigenkunden vermutlich direkt einstellen. Wortlos. Aber ich will es wieder. Bald. Und wenn ich den Film "Underworld" sehe, dann will ich es umso mehr. Vielleicht schreibe ich mal eine Vampirgeschichte. Das halte ich für eine gute Idee: Nach dem Teufel nun ein paar Untote in meinen Zeilen. Ja. Das passt. Denke ich.

Ich werde jetzt versuchen zu schlafen. Ein paar Stunden, vielleicht etwas länger. Ich muss morgen nicht aufstehen, es winkt ein ungewöhnlicher Sonntag. Schön. Und im Kopf habe ich noch immer "Judith" von a perfect circle. Immer wieder. Das Leben wird besser, auch wenn es meinen Konten schlechter geht. Natürlich suche ich nach einer Lösung, aber Geld ist längst nicht alles, meine Gedanken zählen, die Ideen - und so wenig Geld sie mir auch einbringen, sie können sie mir nicht nehmen. Und das, was sie mir nehmen können, ist nichts wert für mich. Bis auf der Tragbare, den will und muss ich behalten, der bringt mich überall hin und ich kann damit überall hin. Ich genieße es in diesen Tagen, dass ich wieder im Bett schreibe und nicht unten sitze, am Schreibtisch. Hm.

Und ein wenig fürchte ich mich vor morgen Nachmittag, weil ich weiß, wie entspannt es wäre, wenn ich zu Hause bliebe. Und vielleicht wird der Nachmittag auch furchtbar anstrengend. Hm. Aber ich werde nicht absagen, ich habe mir schon diesen Abend genommen, eine Miniatur-Lesung abgesagt. Ich brauche einfach Ruhe. Zu viele Gedanken. Und ich. Ja. Ich muss jetzt schlafen.

Grüße. An die Gedankenschwester, denn ohne Dich fehlte mir etwas, an das beste Ypsilon von allen, weil ich es schön finde, dass wir wieder reden, an das kleine A auf der Insel - mal so zwischendurch - und an meine Katze. Mitten in der Nacht, es wird schon wieder hell und ich kann lächeln. Das ist doch etwas.

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