Löffelpiraten und mein Verbündeter

Was wäre, wenn… Gary Numan niemals Musik gemacht hätte? Ich denke, dann wäre in meinem Leben einiges verloren gegangen. Ah, alles an einem wirren Mann festzumachen, der nach Meinung vieler Menschen nicht einmal singen kann, das ist vermutlich ein wenig drastisch. Gut, vielleicht schwäche ich es etwas ab: Die Musik meines musikalischen Helden ist und bleibt ein Grundpfeiler meines Daseins. Doch, das ist so. Vielleicht gibt es irgendeine Verbindung, vielleicht wird sich das irgendwann aufklären, wenn ich ihn mal kennen lerne. Vielleicht ist in dem Moment auch alle Mystik dahin, ich weiß es nicht. Nein, das mag ich mir auch gar nicht vorstellen.

We're in the building where they make us grow
And I'm frightened by the liquid engineers
Like you

My Mallory heart is sure to fail
I could crawl around the floor just like I'm real
Like you

The sound of metal I want to be you
I could learn to be a man
Like you

Plug me in and turn me o­n
Oh everything is moving

I need my treatment it's tomorrow they send me
Singing "I am an American"
Do you?

Picture this if they could make the change
I'd love to pull the wires from the wall
Did you?

And who are you and how can I try?
Here inside I like metal
In you

All I know is no o­ne dies
I'm still confusing love with need

Gary Numan - Metal


Kaum jemand kann die Magie dieser Worte nachempfinden, das ist vermutlich auch gar nicht so wichtig. Aber manchmal, manchmal da wünsche ich mir dann doch, dass es jemand kann. Ah, da fällt mir immer wieder Frau Fee ein, die beim ersten Ohrkontakt mit der Numan-Musik ihren Mund nicht mehr schließen konnte. Einige verstehen. Einige. Ah, und diese Menschen flüchten dann in die Berge. Schade, mit Frau Fee säße ich gern mal wieder einen Abend zusammen und kicherte. Hm. Woher kommen – ach ja, richtig, Herr Numan. Endlose Zeilen kann ich hier unterbringen, sie alle haben mich gehalten, durch die Nächte getragen, auf zahlreichen Autofahrten begleitet und hin und wieder auch inspiriert. Mein Freund Gary. Nein, das ist er natürlich nicht, aber ein Verbündeter und diese Musik ist und bleibt für mich vertraut. Einzigartig. Wundervoll.

Ich bin heute guter Dinge, der Start war großartig heute und ich fühle mich wohl. Oh, so viel positive Kraft, das klingt verdächtig. Gar nicht verdächtig, zufällige Begegnungen sind das Salz in der Suppe, ich mag solche Tage. Der Grund, warum ich vor einigen Monaten „Plastik“ geschrieben habe, ein Foto, das ich im Internet fand, hat mich wieder gefunden. Oder so ähnlich. Das sind die Tage, die ich genieße, die Tage, an denen vieles plötzlich Sinn macht. Plötzlich. Kein Grund für rückhaltlose Euphorie, für wildes Gekichere, aber eben ein gutes Gefühl – und das ist an einem Sonntag immer wichtig. Es gab schon genug dieser Tage, die zu einer Qual wurden und heute habe ich mal wieder Kraft. Ja. So ist es recht, danke.

Ich habe jetzt keine Ruhe, die Arbeit ruft nicht, sie kreischt. Und dieser Lärm tötet mir den Nerv, übertönt sogar Garys Musik. Nein, das ist mir jetzt zu anstrengend, vielleicht schaffe ich es später, die Gedanken der vergangenen Tage zu sortieren.

Grüße. An E., die Löffelpiratin, Du hast mir den Tag gerettet – wie auch immer das geschehen ist. An die Gedankenschwester, ich hoffe, Du hast den Abend überlebt, und dann noch an M., der sehr angestrengt wirkt in diesen Tagen. Und dann Grüße an die, die von der Gedankenschwester als „einer von uns“ bezeichnet werden. Einige sind da draußen, einige kenne ich auch schon: Wir sind nicht allein.

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