Chronische, aberwitzige Handlungen

Das Schöne an meinem Dilemma ist: Ich bin an allem selbst Schuld, ich kann nur mich selbst für den ganzen Unfug, in dem ich mich bade, verantwortlich machen. Und wenn es mir schlecht geht, dann bin ich selbst daran Schuld, wenn ich mich gut fühle, dann ist das ebenfalls mein Werk. So einfach ist das. Vor wenigen Tagen fragte mich jemand, warum ich denn alles allein machen würde. Die Antwort ist einfach: Ich will mich nicht über andere ärgern, sondern lieber über mich selbst. So einfach ist das. Und so kann ich mich den ganzen Tag ärgern, das ist prima. Heute ärgere ich mich darüber, dass ich zu viel gegessen habe - aber das hätte auch niemand anderen für mich übernehmen können. Gut, ja, schon, aber dann wäre er und nicht ich satt gewesen. Hunger hatte ich. Pfirsicheistee, Knoppers und Salat. Wieder eine meiner kruden Mischungen, ich werde mich mit der Zusammenstellung meiner Nahrung noch umbringen. Ein schöner Tod, wirklich. Wenn das auf meiner Urne Platz findet, dann haben sicher auch die Menschen, die sich das Ding ansehen ihren Spaß.

So, Armin, wie war denn nun der Abend gestern? Ja, wirklich, der war klasse. So wie in alten Zeiten, Kampfquatschen ohne ärztlichen Beistand, alle Themen eingeklammert und von ernst bis bitter bis heiter war alles dabei. Es war wir immer, es ist und bleibt die beste Freundin die ich habe. 14 Jahre. Hm, das ist wirklich eine lange Zeit und wir haben viel zusammen erlebt. Mann. Und ich habe mir früher immer gwünscht, mal so einen Freund zu haben. Genau so einen. Es ist wie immer: Wenn ich mir etwas wünsche, dann geht es irgendwann auch in Erfüllung. Ich darf es nur nicht aufschreiben. Und damit es gar nicht erst passiert, damit ich wirklich nur durch harte Arbeit mein Geld verdiene: Ich wünsche mir, dass ich im Lotto viel Geld gewinne, um es zu verprassen und den Menschen zu gebe, die es wirklich dringend brauchen. Wirklich dringend. Ich habe da Köpfe genug im Sinn, mit dem Verprassen starte ich erst, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Und mir ist immer noch speiübel. Furchtbar, ich werde das Essen einstellen. Oder das Atmen. Was weiß ich. Mein Kopfschmerz tut das übrige, ich bringe mich gleich um und reinkarniere mich als Katze. Dann könnte ich doch heiraten, wenn mich Hui Buh noch will.

Ich lege mich jetzt besser hin. Oder ich verbringe die Nacht an der frischen Luft. Was auch immer. Grüße? Ach, doch, ja. An M., der Freitag wird klasse - und morgen, morgen schicke ich endlich die CD los. An T., verflixt, das mit dem Kino reisst so langsam ein. Oder eben auch nicht. An die Nachbarn mit dunklem Dank und an meine Katze: einfach göttlich. Ich werde morgen früh ein paar Kilometer laufen - wer kommt mit? Ich. Klasse, dann sind wir schon zu zweit.

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