Spät geworden

Ich arbeite noch immer, beziehe aus allen erdenklichen Ecken Ablenkung. Humbug. Ich sollte mich konzentrieren, dann wäre ich schneller fertig. Denke ich. Aber ich mag mich täuschen, ich habe mich in den vergangenen Tagen oft getäuscht. Darf ich ja auch, gute Güte, wenn jemand nicht unfehlbar ist, dann sicher ich. Mein Kopf schwebt, schweift ab, will endlich wieder dort hin, wo er sein muss. In einer Geschichte, in einem neuen Buch. Meinetwegen auch einem Gedicht. Aber nicht in einem Ball. Wobei ich dabei gut ins Gras beißen könnte. Immerhin. Der Tod ist bei diesen Texten immer nahe. Ha, ich kann doch noch über mich lächeln. Fein. Dabei kam heute eine unerquickliche Absage von einer Literaturagentin. Pah. Angeblich nähme die Agentur nur noch Autoren auf, die schon veröffentlicht haben. So. Na, das ist ja toll. Nun, davon lasse ich mich nicht irritieren, kein Depressionsschub nach dieser eher fragwürdigen Aussage. Bin ich gefestigt? Nein, sicher nicht, aber vermutlich gut gelaunt. Ein wenig. Nicht zu viel, ich will auch nicht übertreiben.

Und ich hatte es vergessen: Gestern - oder war es schon vorgestern? - habe ich das Belegexemplar von der Zeitschrift "Kurzgeschichten" bekommen, die tatsächlich eine Geschichte von mir abgedruckt haben. Und ein Foto aus der "Gott ist nicht hier"-Serie. Ah, da fällt mir ein, dass ich noch immer nicht damit fertig geworden bin, meine Bilder zu beschriften. Die Umstellung der Galerien hat zwar seine Vorteile, aber das nun alle Titel und Kommentare fort sind, ärgert mich. Ein wenig. Nicht zu viel, ich will auch nicht übertreiben.

Ich glaube, ich habe am Wochenende nichts vor. Nichts, außer der Arbeit. Klar. Aber ich habe zwei freie Abende, der Freitag und der Samstag gehören meinem Kopf. Tatsächlich war ich gestern Nacht kurz davor, eine Geschichte zu schreiben, aber nach dem erste Absatz verließ mich alles. Idee, Lust und Wille. Vermutlich noch mehr. Und dann konnte ich gar nicht mehr schlafen, dann war alles zu spät. Am Ende ging es dann doch, irgendwann. Ich haeb ja auch nichts gegen die schlaflosen Nächte, ich habe damals das Buch geschrieben und nicht geschlafen. Heute aber, heute denke ich nach und schaffe nicht. Die Sterne und den Mond will ich fotografieren, werde es auch tun. Aber ich denke nach. Vermutlich ist es doch eine gute Idee, mich von diesem Ort zu trennen. Ein langer Weg, vermutlich. Aber ich will ihn schnell gehen. Schnell, sehr schnell. Am liebsten noch dieses Jahr. Hm, mal sehen, ob das funktioniert. Sehr im Umbruch bin. Jetzt. In diesen Tagen. Viel in meinem Kopf, dass ich noch nicht aussprechen mag. Hm. Warten. Und nachdenken. Wird wieder eine schlaflose Nacht, aber ich fürchte mich nicht. Das wäre ja auch noch schöner.

Grüße? Hm. Ja, an die Sternen- und Sonnenschneider, an J., die erste offizielle Leserin und an mein Wochenende. Es sind ja nur die Abende, aber die gehören mir. Mir. Ein einnehmendes Wesen habe ich. Hm. Na. Wer will, kann am Wochenende mit mir im Bett liegen und mit müdem Kopf Filme sehen. Ja, das ist eine gute Idee. Mit müdem Kopf.

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