Der Preis wofür?

Ich sollte längst im Bett sein, aber ich finde mal wieder kein Ende. Und keinen Anfang: Wie soll ich schlafen mit so einem Kopf auf den Schultern? Wie soll dieser Kopf zu irgendetwas finden, wenn nicht zur permanenten Unruhe. Ja, gut, die Unruhe brauche ich ja auch, ohne die Bewegung muss ich vermutlich verkümmern. Aber ein wenig Schlaf ist hin und wieder doch wohl auch gesund. Ein wenig. Ich vermisse ihn nicht, nein, nicht heute Nacht. Es geht mir gut, ich fühlemich wohl. Zum ersten Mal seit einigen Tagen. Bis auf die kalte rechte Hand ist alles in Ordnung, ich sollte vor Freude ein wenig auf- und abspringen. Dabei habe ich kürzlich die überflüssige Entdeckung gemacht, dass beim Auffangen und Abdrücken meines Körpers die Mundwinkel nach unten gedrückt werden. Hüpfen ist also konträr zum Lachmuskel. Oder so ähnlich.

Die Zahl der seltsamen Menschen nimmt zu. In meinem Leben und überall. Immer mehr Anonyme sprechen mich in der virtuellen Welt an - warum auch immer. Das sei der Preis, sagte mir Frau B. - welcher Preis? Ich wollte nichts und habe nichts bestellt, dann muss ich auch nicht den abgelieferten Unsinn empfangen. Ich kann mich aber nicht dagegen wehren. Und manchmal, ja, manchmal ist es auch wieder seh komisch, wie einfältig sich manche Menschen verhalten, auf welche absurden Tricks sie zurückgreifen. Ich kann nur den Kopf schütteln und mich wundern. Ich muss mir auch noch einmal Gedanken darüber machen, was sie damit gemeint hat. "Das ist der Preis dafür." Wofür? Manchmal sind Aussagen bohrender als jede Frage. Glaube ich.

Ich gehe jetzt ins Bett und grüße niemanden. Doch, meine Katze. Genau. Ah, und AltA, die mit mir heute stimmungsgleich war. Aber sonst keinen. Vielleicht noch die Schlaflosen und die Namenlosen, aber das reicht dann auch.

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