Pfirsich, lauwarm
Bah. Da war ich den ganzen Abend mit S. unterwegs, habe mich gut unterhalten und unterhalten lassen, habe meine Augen voll all den vielen Eindrücken fast müde werden lassen, bin schließlich zu Hause nach der Fahrt mit Frau Feenblau und vielen Gedanken, um dann hellwach zu sein. Meinen Glückwunsch, Armin, das wird die Woche der Schlaflosen. Ich melde mich hiermit im Heer der Untoten an, dann habe ich zumindest eine Begündung für diesen Unfug. Oder: Wenn ich auf Drogen bin, dann hätte ich gern auch etwas davon. Hrmpf. Schlaf wäre schon genug, statt dessen trinke ich lauwarmen Pfirsichtee. Eine lösliche Variante, die aber auch keine Lösung für mein Problem ist. Dumme Sache, wirklich. Ich were dazu übergehen, Menschen dafür zu bezahlen, dass sie sich an mein Bett setzen, damit ich schlafen kann. Robbie Williams macht das, aber der hat auch mehr Geld. Schon allein aus dem Grund muss ich jetzt mal etwas tun.
Ertrunken im Gedankenmeer
Erstickt an meinen Worten
Vergessen und verloren
Deine Lippen still und schwer
Auf meinen Todgeweihten
Und Du hauchst, Du presst
Luft in meinen Rachen
Drückst alles nur noch tiefer
Bis auch der Rest
In meinem Leib vergraben
In mir tief versunken
Mehr Gedanken sich verlieren
Rhythmisch meine Brust gedrückt
Bis Worte ich erbreche
Die alles nur noch schlimmer machen
Fiel mir gerade ein. Ein. Hm. Ein Titel fehlt mir noch, ich weiß auch noch nicht einmal, was das soll. Aber mir gefällt das Bild, das ich dabei sehe. Hm. Ein Titel? Hm. Na, mir wird schon noch etwas einfallen, irgendetwas gärt in diesem Kopf doch immer. Vermutlich liegen faule Gedankenäpfel in meinem Hirn, das erklärt den Verwesungsgeruch, den ich permanent in der Nase habe und eine andere kritische Gedanken. Aber ein Titel? Na, morgen weiß ich einen.
So, wo war ich? Ach, richtig: Schlafen. Eine Lösung werde ich so schnell nicht finden, mir graut vor den kommenden Nächten. Ich kann es wieder auf den Vollmond schieben, der bestimmt auch seinen Teil zu meiner Unruhe beiträgt. Ich kann es auch auf irgendwelche Sternkonstellationen schieben, meinetwegen könnte es auch mit meinem Biorhythmus zu tun haben, doch ich frage mich: Warum schlafen andere Menschen fortwährend und regelmäßig. Ah, und was die Regelmäßigkeit anbelangt: Warum schleichen sich in meinem Leben keine Rituale ein, warum kann das nicht geschehen? Gut, die Schlaflosigkeit ist fast schon ein wiederkehrendes Ereignis. Nächtlich. Nein, das zählt nicht. Irgendetwas Kleines, etwas wie abends duschen, mich eincremen und Zähne putzen, einen Schlafanzug anziehen und dann in das frisch bezogene Bett kriechen. So etwas. Aber ich habe mich noch nie eingecremt. Abends. Und wenn ich ins Bett gehe, dann will ich nicht vorher noch hunderte von Dingen tun, wenn ich aufstehe, dann möchte ich nicht an Handlungen gebunden sein, die ich tue, bevor ich mich an den Schreibtisch setzen kann. Ach. Momentan stören mich so viele Kleinigkeiten, die mich im Grunde genommen gar nicht stören müssen. Unzufrieden. Ja, ich bin in diesen Tagen unzufrieden. Und dann kommt jetzt auch noch Ostern, das Fest der ewigen Suche. Alle genießen die Feiertage und ich arbeite. Na, großartig. Dafür besuche ich aber auch M. in Hannover, ein kleiner Lichtblick. Immerhin. Unzufrieden bin ich immer noch. Und schlaflos. Ach, das ist wirklich im hohen Maß unerquicklich.
Gibt's noch Grüße? Ja. An AltA, das Paket war genau das Richtige heute! An meine Katze, die diese Treppe wohl noch lange verweigern wird - aber es ist schön, wenn Du mich so wie heute Nacht empfängst. An S.: Das nächste Mal gehen wir los, wenn etwas los ist. Los! Und dann noch an M.: Guck mal, Du bist verlinkt... Ach, und: Bewerbungen für die Bettkantenplätze werden alphabetisch bearbeitet, alles muss seine Ordnung haben - auch wenn ich im Chaos lebe.