Leicht wie Blei
Gut, der Montag ist da und ich auch. Die Sonne scheint und ich habe fast die ganze Nacht gearbeitet. Die Zeitungen liegen noch im Briefkasten, meine Zeitung brüllt mich an und ich bin müde. Müde, müde und noch mal müde. Die Grundstimmung ist durchwachsen und schwer zu beschreiben: Einerseits bin ich erfüllt von einer unglaublichen Leichtigkeit, die mir so viel Kraft gibt, dass ich gar nicht wissen will, woher sie kommt, andererseits fühlt sich mein Körper an, als sei er in Blei gegossen. Es muss ein schöner Anblick sein, das matte Metal, aber es hemmt meinen Bewegungsdrang. Ich habe zu wenig geschlafen? Hm. Nein, ich denke, ich habe zu viel gerarbeitet. Nach dem Aufstehen heute Morgen saß bereits wenige Sekunden später wieder am Rechner. Zu viel, zu viel, zu viel. Ich quengle mal wieder, bettle um eine Auszeit. Aber es gibt nur das Spielende oder das Spiel - dazwischen liegt nichts. Morgen. Morgen mache ich einen ruhigen Tag, das nehme ich mir hiermit fest vor. Was noch nichts zu bedeuten hat. soviel ist klar.Hm. ich bewege mich, als wäre ich geteert und gefedert, alles ist ganz langsam, vor allem in meinem Kopf. Vielleicht bin ich krank? Ich fühle mich so matschig, vielleicht sollte ich heute Abend einmal früh ins Bett gehen. Schaden kann es nicht.
Was mich wirklich ärgert, ist meine momentane Unproduktivität. Ja, gut, Texte für die Zeitung verfasse ich genug, aber was ist mit den Geschichten in meinem Kopf? Sie sind da, schön. Das weiß ich, ich kann sie sehen, fühlen. Und ich rede mich fortwährend damit raus, dass ich so viel zu tun habe. Das ist eine Ausrede, Herr Sengbusch. Ja, ich weiß es ja, mir fehlt einfach die Kraft, um mich gegen mich selbst aufzulehnen. Oder die Stimmung. Ich weiß es nicht genau. Vielleicht, na, ich bin mir nicht sicher. Für heute Abend habe ich eine Idee und es kostet nichts oder nur wenig, sie einfach mal auszuprobieren. Das Resultat kann ich dann ja chwarz auf weiß sehen - oder eben auch nicht. Dumme Sache, ich glaube, ich will in diesen Tagen einfach zu viel und es geschieht wieder das, wovor ich mich immer wieder warne. Manchmal ist es einfach wichtig, meine Energien zu kanalisieren und nicht wild zu zerstreuen. Ich mache mir darüber noch einmal Gedanken, denn irgendwo muss das Zeug, die Energie ja hin. Irgendwo. Hm. Vielleicht fällt mir heute Abend noch etwas ein.
Grüße. An AltA, das war mal wieder gut heute - wie in den "alten Zeiten". An die nächtliche S. und an M., die hoffentlich in Ruhe eingeschlafen ist. Ach, an O., weil ich ihn dauernd vergesse - entschuldige, aber am Donnerstagabend, sehr spät? Und dann noch an meine Katze: Ein neuer Weg und der ist schwer zu begreifen, aber da musst Du durch. Und nicht zuletzt an M. aus F.: Es ist ein halbes Lächeln auf dem Foto. Glaube ich. Ich wünsche mir Schlaf und wer will, schickt mir etwas. Danke.