Zerstörerisch

Den ganzen Tag vor dem Rechner, gearbeitet und nachgedacht. Ich leide vor mich hin, wie dumm von mir. Sehr dumm. Aber mir fällt nichts anderes ein, ich bin so leer und müde, ich möchte mich jetzt narkotisieren lassen und für den Rest des Monats schlafen. Einfach nur schlafen, nichts anderes tun. Vielleicht träume ich etwas Großartiges, vielleicht bleibt alles dunkel und leer. Ach, das ist alles so unerquicklich, ich weiß auch nicht, was ich ändern sollte. Vielleicht, hm, vielleicht werde ich morgen früh nach draußen gehen. Nach draußen. Hm, ja. Laufen und Musik hören. Ja. Wohin, wohin - das ist in diesen Tagen die große Frage - und ich kann nicht einmal sagen. woher ich komme. Sinnlos. Nicht alles, aber dorch vieles. Und dann ist eben mein Leben auch immer einsam, in solchen Momenten kommt immer alles auf einmal und in mir ist dann gar nichts. Herzlichen Glückwunsch, Herr Sengbusch, das ist wohl der prächtigste Absatz voller Selbstmitleid seit langem: Haben Sie noch Lust, sich jetzt rasch zu erhängen? Nein, vielen Dank, ich mag das Leben ja. Vielleicht nicht heute und auch nicht gestern, aber grundsätzlich bin ich dem steten Herzschlag nicht abgeneigt. Wenn ich nur wüsste, wodurch diese Leere auslöst wird. Es ist. Widerlich.

Ich trinke jetzt den Rest Wein und versuche zu schlafen. Ich weiß nicht, ob das hilft, ich weiß ich nicht, o­nb jetzt irgendetwas Sinn macht. Vielleicht sollte ich das Tagebuch mal durchgehen und überprüfen, ob es eine Rhythmik für diese Schwankungen gibt. Wenn das so ist, kann ich wenigstens mal behaupten, ich hätte meine Tage. Berechtigt behaupten.Immerhin.

Keine Grüße, ich bin in diesen Tagen nicht in der Stimmung für freundliches, virtuelles Winken. Sollte ich jemand anstecken mit meiner Laune, so tut es mir allerdings Leid. Wirklich.

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