Vernunft oder nicht
Gut, ich lebe noch, die Musik, die ich gestern zur Party mitbrachte, hat mich nicht den Kopf gekostet. Glaube ich. Ich muss mal fühlen - nein, er ist noch dran. Und die Feier war mit kleinen Aussetzern auch wirklich gut. Gelungen war sie sicher, aber ich selbst hatte wieder nervtötende Fehlfunktionen, wobei die wohl unbemerkt blieben. Am liebsten hätte ich mich irgendwann nur noch in eine Ecke gehockt, um die Anwesenden zu beobachten. Letztlich habe ich es ja doch getan, wenn eben auch nicht aus einer Ecke, sondern während der Gespräche. Dumme Angewohnheit, mich ständig umzusehen, permanent alles aufzusaugen, mitzuhören oder jeden Duft wahrzunehmen. Eine Angewohnheit? Hm. Nein, vermutlich ist das angeboren, das war schon immer so. Die kleinen Details haben es mir angetan, die Bewegungen, die Eigenarten der Menschen. Meine eigenen kenne ichrecht gut, die der anderen sind faszinierend. Finde ich. Na. meine Neugier hat wohl niemand bemerkt. Glaube ich. Oder. Ach, es ist ja auch nicht so wichtig. Die Party war gut und damit ist es auch gut. Schade nur, dass B. jetzt wieder mit hohem Fieber im Bett liegt. Vernünftig wäre es sicher gewesen, die Party abzuagen. Aber, bitte, wer ist schon vernünftig? Ich mit Sicherheit nicht. Jedenfalls nicht in den Momenten, in denen ich klar fühlen kann. Vernunft ist etwas für Menschen, die Angst vor den Gefühlen haben. Ah, Herr Sengbusch, das ist wieder so ein Pauschreisengedankensatz, damit erschlagen sie jeden zwischen Anfang 16 und Ende 77. Ungefähr. Und mich gleich mit. Aber vernünftig zu sein, das klingt für mich so verboten, so monoton und so beherrscht. Das klingt für mich nach einer Einbahnstraße. Och nö. Na, ich mache mir darüber mal ein paar Gedanken, vielleicht finde ich dafür ein paar bessere Worte. Vernunft. Hm. Na, mal sehen.
Alles geschafft. Die Tage, an denen nicht so viel zu tun ist, sind viel schwieriger zu bewältigen. Ich habe immer das Gefühl, dass ich ja ohnehin alles schaffe, dass es kein Problem sein dürfte, wenn ich mir ein wenig Zeit lasse. Und dann. Und dann wird es später und mein Kopf wird müde. Schon allein deshalb, weil ich schon lange fertig sein könnte, weil ich an anderen Tagen in derselben Zeit wesentlich mehr geschafft habe, weil ich auch mehr schaffen musste. Aber ich war gut heute, habe sogar ein paar spannende Fotos gemacht. Ja. Gut, Armin. Allerdings fehlten mir meine Handschuhe, die muss ich irgendwo liegen lassen haben. Hm. Ich weiß nur nicht wo, ich weiß nicht einmal, wann ich sie zuletzt hatte. Beim Fotografieren? Nein, das kann nicht sein. Aber ich kann mich nicht erinnern. Älter werde ich, das merke ich an meinen Augen. Und nun auch noch an meinen Fingern. Oder an dem, was ich vergessen, was aber über die Finger gehört. Ärgerlich. Vielleicht habe ich die Handschuhe auch verloren. Dann. Ach, dann fand ich sie ohnehin nicht so toll. Genau. Blödsinn.
Ich sollte ins Bett gehen, der Tag morgen wird anstrengend - das kann ich schon jetzt fühlen.
Grüße. An B. - Mensch, das ist nicht gesund, so krank zu sein. An M., der heute feine Fotos gemacht hat und an C., der scheinbar vom Nichtstun gelangweilt war - wenn ich keine Arbeit habe, kann ich auch keine verteilen. Mensch. Und dann noch an meine Handschuhe: Ich werde einen Brief an "Aktenzeichen XY" schreiben - und ich weiß nicht einmal, ob es diese Sendung noch gibt. Das kommt dabei raus, wenn ich keinen Fernseher habe. Dann kann ich auch noch rasch alle meine ehemaligen Fernseher grüßen. Besonders den kleinen, orangen Schwarz-Weiß-Fernseher.
Alles geschafft. Die Tage, an denen nicht so viel zu tun ist, sind viel schwieriger zu bewältigen. Ich habe immer das Gefühl, dass ich ja ohnehin alles schaffe, dass es kein Problem sein dürfte, wenn ich mir ein wenig Zeit lasse. Und dann. Und dann wird es später und mein Kopf wird müde. Schon allein deshalb, weil ich schon lange fertig sein könnte, weil ich an anderen Tagen in derselben Zeit wesentlich mehr geschafft habe, weil ich auch mehr schaffen musste. Aber ich war gut heute, habe sogar ein paar spannende Fotos gemacht. Ja. Gut, Armin. Allerdings fehlten mir meine Handschuhe, die muss ich irgendwo liegen lassen haben. Hm. Ich weiß nur nicht wo, ich weiß nicht einmal, wann ich sie zuletzt hatte. Beim Fotografieren? Nein, das kann nicht sein. Aber ich kann mich nicht erinnern. Älter werde ich, das merke ich an meinen Augen. Und nun auch noch an meinen Fingern. Oder an dem, was ich vergessen, was aber über die Finger gehört. Ärgerlich. Vielleicht habe ich die Handschuhe auch verloren. Dann. Ach, dann fand ich sie ohnehin nicht so toll. Genau. Blödsinn.
Ich sollte ins Bett gehen, der Tag morgen wird anstrengend - das kann ich schon jetzt fühlen.
Grüße. An B. - Mensch, das ist nicht gesund, so krank zu sein. An M., der heute feine Fotos gemacht hat und an C., der scheinbar vom Nichtstun gelangweilt war - wenn ich keine Arbeit habe, kann ich auch keine verteilen. Mensch. Und dann noch an meine Handschuhe: Ich werde einen Brief an "Aktenzeichen XY" schreiben - und ich weiß nicht einmal, ob es diese Sendung noch gibt. Das kommt dabei raus, wenn ich keinen Fernseher habe. Dann kann ich auch noch rasch alle meine ehemaligen Fernseher grüßen. Besonders den kleinen, orangen Schwarz-Weiß-Fernseher.