Im Reich der Pixel
Ein Spielkind. Ein Kind ohnehin. Fast den ganzen Tag habe ich gestern vor und mit und an der XBox verbracht, schlug mich Fabelwesen herum und hänge mittlerweile bei einer Mission fest. Das mag ich gar nicht: Das Spiel ist großartig, eine neue Welt für meinen Kopf - aber der Schwierigkeitsgrad ist nicht in Ordnung. Nein. Allerdings ist das Leben auch nicht wesentlich anders: Eine großartige Welt, viel Nahrung für meinen Kopf, aber der Schwierigkeitsgrad ist so knackig, dass ich mitunter seufzend den Kopf schüttle. Im Spiel beginne ich die Mission zähneknirschend von vorn, im Leben ist sie vorbei. Punkt. Dann beginnt eine neue Aufgabe und ich kann nicht auf den letzten Speicherpunkt zurückgreifen, meine Figur vielleicht mit anderen Erfahrungen aufwerten. Was auch immer. Schöne Pixelwelt, in der ich mit dem zweihändigen Schwert durch den Wald ziehe. Hm. Mir klingt jetzt gerade der Satz von M. im Kopf, die mich vor Jahren immer anfauchte: "Wie lange willst Du denn noch vor dieser Kiste sitzen?" Damals war es keine XBox, irgendeine andere Spielkonsole - ich weiß gar nicht, welche. Ich weiß auch nicht, wie lange ich sitzen bleiben will, das entscheidet wie vieles andere mein Gefühl. Und wenn die Unruhe kommt, dann gehe ich weiter. Mein Leben lang bleibe ich nicht am Lustknüppel, nein, dafür habe ich zu viel Kraft in mir. Aber zwischen den Pixel kann ich mich erholen, fast wie ein kleiner Urlaub. Fast. Ähnlich. So ähnlich. Vielleicht greife ich später noch einmal zum Schwert, aber zunächst gibt es noch Arbeit zu erledigen. Nicht viel, aber doch einiges. Immer noch. Die Pause ist eben doch nicht vorhanden, aber im Winter, im Winter soll es klappen. Ein Urlaub, eine Woche Trennung von dieser Welt. Eine Woche. Hm.
Keine Grüße heute, ich denke noch zu sehr in Pixeln.
Keine Grüße heute, ich denke noch zu sehr in Pixeln.