Er ist wieder da

Na toll, darauf hätte ich auch verzichten können, wirklich. Herr Pes ist wieder da, urplötzlich, quasi aus dem Nichts heraus. Natürlich gibt es Mutmaßungen und Spekulationen: Ein Grund ist sicher das überraschende und überflüssige Auftauchen von E., das mich gestern aus meinen angenehmen Stunden riss. Sehr ärgerlich. Ob es da einen Zusammenhang gibt, wage ich nur zu vermuten, aber Fakt ist: Herr Pes ist wieder da. Lästig, aber anwesend. Ich kann ihn ja auch nicht einfach erschießen, leider. Aber ich würde ihn gern verbannen, zumal die Frequenz jetzt ja auch zugenommen hat. Ach, das ist wirklich unerquicklich, ich bin mehr als genervt, ich kann ja kaum Worte für diesen Zustand finden. Grässlich. Wirklich. Dennoch ist der Tag ruhig, T. verbreitet Ruhe, während ich so vor mich hinarbeite, zwischendurch ein Blick auf Inspektor Clouseau und meine Gitarre, so ein Tag ist fast schon behaglich. Bis auf die Anwesenheit von Herrn Pes. Ach, und dann kam auch noch ein Brief von der Versicherungsgesellschaft, die zutiefst bedauert, dass ich den Vertrag kündige. Zu meinem Nachteil. Na, das ist alles eine Frage der Perspektive. Perschpektive, wie Wim Thoelke immer sagte. In jedem Fall werden sie mir den Rückkaufswert überweisen, mein Konto und mich ein wenig glücklich machen. Materialistisch wie wir beiden sind. Glück durch Zahlen, wer hätte das gedacht. Ein wenig entspannter wird es dann, vermutlich mache ich mir dann über eine Sache nachts nicht mehr Gedanken. Zumindest vorerst, das Jahr ist noch lang und an meinem Geburtstag schenkt mir sicher 55.555 Euro. Das wäre ein Fest, ich glaube, dann würde ich auch feiern. Sofort. Mit mehr als zweieinhalb Menschen und Hui Buh. Ganz sicher. Eine Fünfer-Party. Vielleicht mit 55 Menschen ohne Geschenke, dafür mit handgefertigter Musik und Martini und Baileys und Vodka auf Eis. Oh ja. Und am folgenden Tag bleibe ich im Bett und lächle. Wunderbar. Mensch, ich mache mir Gedanken über meinen Geburtstag, ich muss krank sein. Vielleicht kann ich mir Herrn Pes auch von der Lippe schreiben. Oder ich spüle ihn mit Rotwein herunter. Irgendetwas, ich will nur, dass der Herr wieder geht. Ich verbreite einfach mal positive Stimmung, das kann dann nicht schaden. Morgen. Mir graut vor dem Tag, noch einmal eine geballte Ladung Fußball, noch einmal Telefonate im Akkord, noch einmal Fotos und noch einmal ein Berg von Texten, die mich ernähren, aber auch töten. Innen. Wie ein Virus, der sich breit macht. Manchmal glaube ich, dass ich es verlernt habe, dass ich nichts mehr schreiben kann, außer den Fußball-Texten. Keine Gedanken mehr. Keine Bilder. Und dann so üble Träume wie in der vergangenen Nacht. Im Krankenhaus und ich klaue Thermometer oder anderen Unsinn. Bitte, was soll das denn? Wo kommt das denn her, warum träume ich so fragwürdig? Seltsam. ich habe heute Morgen mehr als eine Stunde gebraucht, um dieses ungute Gefühl aus dem Körper zu vertreiben, um wieder Ruhe im Kopf und im Herzen zu finden. Noch so ein Traum und ich schnitze mir einen Totenkopf in die Hirnrinde. Oder ein rotes Krankenhauskreuz. Irgendetwas. Nicht noch so einen Traum. Seltsames Gefühl, darauf kann ich wirklich verzichten. Noch einmal "8 Mile" heute Abend, das sorgt für Ruhe. Ein wenig. Grüße. An T. und an meine Katze, an AltA und an die Gedankenschwester - gegenseitig und mit einem Lächeln. Und nicht zuletzt an die Gleichgesinnte mit allen Persönlichkeiten. Ich bin müde und wünsche allen gute Träume. Gute. Träume.

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