Ein wenig Ruhe

Puh. Ich habe diesen Tag der Entspannung gewidmet, auch wenn es mir nicht vollends gelungen ist. Ausgeschlafen habe ich, viel nachgedacht, wenig, aber dennoch genug gearbeitet und mir die Zeit mit der xBox versüßt. Im Grunde genommen ist es guter Tag, ein ruhiger Tag, aber es ist auch ein Tag, der vergeudet ist. In meinen Augen. An einem Tag wie diesem spüre ich, was die Zeitung in mir anrichtet, wie sie mein Inneres zerstört, mich stumpf und taub macht. Aufhören. Kann ich noch nicht. Nicht, weil ich es nicht will, sondern weil sie als Einnahmequelle noch einzigartig ist. Und wenn ich im Sommer nicht aufhöre, werde ich ein ganzes Jahr weiter machen. Müssen. Ein Ausweg ist nicht in Sicht, vielleicht kann ich die Zeitung verkaufen, vielleicht auch nicht. Ach, es ist ermüdend, diese Hatz nach dem Geld. Diese Arbeit ist eine schmerzhafte Erfahrung, ich fühle mich wie in einem Gefängnis. Ein Gefängnis für den Geist. Ich glaube, das ist der Grund dafür, dass ich immer wieder so müde bin. Das Entkommen von der Insel, die Suche nach einem Ausweg. Im Kopf. Es wird also anstrengend bleiben, wenn ich nicht zwischenzeitlich eine größere Summe Geld verdiene, finde oder gewinne. Wobei das Letztgenannte unsinnig ist, weil ich nicht spiele.

Ich denke, ich werde mich zurückziehen von der Welt. Zumindest für ein paar Tage. Keine Menschen mehr, weder real noch virtuell. Nur Ruhe und ich, Gedanken und Idee, nichts sonst. Stichtag ist Sonntag, auch wenn ich Montag mit T. endlich mal wieder ins Kino gehen werde. Das zählt auch nicht. Eine Woche Ruhe. Ich denke, das ist notwendig, ich denke, das brauche ich. So wichtig bin ich nicht, die Welt kann auch mich verzichten. Und ich auch auf die Welt, glaube ich. Ich brauche Ruhe, ich brauche mich.

Die erste Lesung wird nun definitiv bei AltA stattfinden. Im Juli. Geladene Gäste, ein überschaubarer Kreis, der mich nicht kennt und nicht bedingungslos Lächeln oder Beifall spenden wird. Das ist ein guter Test, das ist Ziel, das ich erreichen kann. Erreichen will. Und ich freue mich schon. Zwischen der bereits jetzt einsetzenden Nervosität und der Angst ist Vorfreude. Und auch Ungeduld. Die erste Lesung. Wie spannend. Und bei dem Gedanken muss ich lächeln. Lautlos und intensiv. Lächeln.

Doch, es gibt ein paar Grüße. An A. - ich denke, ich mache mit - und an die Gleichgesinnte, die dann auch mitkommt. Oder mitkommen will. Oder muss. An T. und den Donnerstag, an meine Katze und AltA: Es wird bestimmt gut.

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