Oder so

So, nun ist es mal wieder spät geworden, der Sonntag hat mich wieder. Für die einen ist es Freizeit, für mich der vermutlich längste Arbeitstag der Galaxis. Oder so. Angenehm war der Tag aber diesmal dennoch, weil ich mit B. teilte. Oder sie mit mir. So genau kann ich das nicht sagen, sie hat gelernt, ich habe geschrieben und telefoniert und mit mir selbst geredet. Glaube ich. Am Nachmittag habe ich mich wieder herumgetrieben, saß frierend am Spielfeldrand und habe Fotos von Fußballern gemacht, die auf dem harten, rutschigen Untergrund kaum Stand hatten. Lustig war es, gefährlich sah es aus, ein paar interessante Motive habe ich gefunden, aber der Kopf ist nicht wirklich frei, der Blick für das Wesentliche fehlt. In diesen Tagen. Selbst während ich am Rand sitze, die Kamera vor dem Auge und den Blick auf den Ball und die Spieler fixiert, selbst in dieser Zeit denke ich darüber nach, ob es gut geht. Gut gehen kann. Knapp wird es, verflixt knapp. Dabei kommt in diesen Tagen viel Zuspruch und Unterstützung von allen Seiten - nein, nicht von allen Seiten, es gibt da auch die trutzigen Kerle, die das alles persönlich nehmen. Und das wiederum nehme ich persönlich. Nun, in einem Punkt hatte M. schon damals Recht: Als Chefredakteur sollte ich keine Berichte mehr schreiben, sondern nur noch überwachen, damit die Distanz gewahrt bleibt. Hm. Schön und gut - es wird klappen, wenn das Geld in einem Maß vorhanden ist, dass ich mir keine Gedanken mehr machen muss. Keine Gedanken mehr machen. Muss. Heute Abend fehlt mir B., denn ich kann meinen Kopf nicht ausschalten. Vermutlich wird es wieder eine lange Nacht, nein, ganz sicher wird es das. Und ich bin unzufrieden. Pah. Dafür höre ich Sinead O'Connor - das ist doch mal etwas. Na. Positives. Oder so.

Vielleicht gehe ich doch mal lieber schlafen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich irgendetwas vergessen habe. Hm. Gute Nach, Armin. Selber.

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