Vier Wochen Frist

Ich glaube, ich bin noch immer entspannt. Noch immer. Trotzdem war der Tag anstrengend, ich habe heute durchwachsene Stunden hinter mir. Da fällt mir "durchwachsener Speck" ein, das passt recht gut zu meinem momentanen Körperempfinden. Zu dick. Immerhin konnte AltA mich verstehen, als ich mein persönliches Desaster vorlegte - und seit heute Morgen ist Krieg angesagt. Knapp fünf Kilometer bin ich gelaufen, ein Fünftel davon in ziemlich hohem Tempo. Gut, es ist noch kein Vergleich zu den hektischen D-Zug-Aktionen der früheren Tage, aber ich war unterwegs. Und das wird sich in den kommenden Tagen wiederholen, ich werde meinen Körper wieder in den Griff bekommen. So langsam. In vier Wochen will ich mich wieder wohl fühlen, in vier Wochen will ich wieder lächeln, wenn ich unter der Dusche stehe. Zurzeit schäme ich mich ein wenig, aber das macht so lange nichts, wie es niemand bemerkt. Vier Wochen. Ich glaube, dann mache ich noch einmal ein Foto, damit ich es mir selbst beweise. Genau. Vier Wochen. So viel Zeit muss sein.

Den halben Tag habe ich verschlafen: Zwar habe ich einiges bewegt, aber noch immer sehnt sich mein Kopf nach Ruhe. Ich gähne vor mich hin, habe heute Nachmittag auch geschlafen, mich ein wenig erholt und dann viel telefoniert. Ich wollte früh ins Bett, mich unter der Decke verkriechen und weiter schlafen. Nein, nicht heute. Aber müde bin ich zum Glück immer noch. Wenn ich nach diesem Eintrag die Finger beiseite gelegt habe, dann werde ich einschlafen. Ja, mehr ist nicht drin. Selbst der Gedanke an einen Film macht mich jetzt nicht unruhig. Nein, das kommt nicht in Frage. Ich schalte die Rechner aus und schlafe. Punktum.

Es war vermutlich Unsinn, mich heute Vormittag in die Sonne zu legen. In die Sonne, mit der Nase im Löwenzahn und einem Lächeln auf den Lippen. Meine Allergie hat sich gefreut, da bin ich mir sicher. Und das Montagsbild verwundert mich ein wenig: So viel Farbe hatte ich zuletzt bei meinem grünen Kopftuch - und jetzt liege ich in mitten der Natur und bade in Sonnenblumen. Nein, im Löwenzahn und und in der Sonne. So. Und dann niese ich den ganzen Vormittag. Na, selbst Schuld. Spaß gemacht hat es, ein gutes Gefühl hatte ich vor, während und nach dem Fotografieren. Ein gutes Gefühl. Ich will wieder mehr Menschen fotografieren, nicht so sehr mich selbst, sondern andere Menschen.

Mir fallen die Augen zu, ich kriege hier keinen klaren Satz aufs Papier. Ich muss schlafen.
Gute Nacht und Grüße. An A. nebst Kater - ich bin doch immer da, wo mich niemand vermutet. Und an meine stoischen Nachbarn, an K. mit den Grüßen an die Hip-Hop-Nebenbewohner und ganz sicher an E., weil das Wochenende noch nachbebt. Gut. Ich fühle mich immer noch entspannt. Gute Nacht, Armin.

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