Gemischte Drucker

Na, super. Jetzt werde ich schon dafür gerügt, dass ich nichts in mein Tagebuch schreibe und ich bin allein von diesem Vorwurf genervt. Ich schreibe hier für mich und für niemanden anderen, es ist ein Ersatz für das Tagebuch, dass ich schon längst mit meinem Lieblingsstift vollgekritzelt habe, dessen Innen- und Rückseite ebenso beschrieben sind, weil ich dieses Buch so sehr mochte. Seltsam genug, dass ich danach Wochen damit zugebracht habe, ein Heft, ein Buch zu finden, das es in diesem Format und mit diesem Einband gab. Vergeblich. Pah. Jetzt schreibe ich digital, zu Beginn noch an meinem kleinen iBook, jetzt an jedem Rechner der Welt - und das ist praktisch. Wirklich. Und dann kommt so ein Mensch und ist beleidigt, weil es zurzeit nicht so viel zu lesen gibt. Pah. Und noch einmal: Pah. Sagen wir es alle gemeinsam: Pah!

Die Arbeit nimmt zu und die Abende werden immer schöner. Schaltete ich meinen Kopf nicht irgendwann aus, wäre er sicher schon längst geplatzt. Schon längst. So habe ich aber auch schon viel geschafft, sehr viel: Die Zeitung habe ich komplett überarbeitet und nun endlich das umgesetzt, was ich schon immer wollte. Endlich sind die ersten Zeilen auf der Titelseite zu lesen und machen eventuell Lust auf mehr. Ja, so habe ich mir das vorgestellt. Fertig bin ich aber noch lange nicht, es gibt da noch einiges zu ändern und auch zu verbessern. Wie immer. Naja. Ich werde nie fertig, weil ich in manchen Dingen einfach zu perfekt sein will. Schwierig. Und immer dann, wenn ich fertig zu sein scheine, dann fällt mir noch etwas auf, das ich unbedingt ändern möchte oder muss. Dumme Sache.

Aber. Fertig. Pah. Der Vertrag ist abgeschickt und in den kommenden Tagen sollte es losgehen mit dem Druck meines Buches. Hoffe ich. Ich weiß ja auch nicht genau, wie das nun weiter geht, aber der Vertrag ist unterschrieben und alle wichtigen Dinge habe ich auch mitgeschickt. Die Dateien auf einer CD und noch ein paar wie ich finde unwichtige Kleinigkeiten. Aber das ist fertig, das Buch ist auf dem Weg. Und ich war sogar aufgeregt, als ich zur Post fuhr. Großer Schritt, wie auf dem Mond. Ich glaube, ich bin auch ein wenig abgehoben, als ich auf den Schalter zugestapft bin. Ein langer Schritt durch die Luft. Ohne Anziehungskraft. Das erste Buch. Auf dem Weg zum Druck. Großartig. Und ohne AltA wäre nichts gelaufen - und ohne B. ohnehin nicht, auch wenn sie das nicht wahrhaben will. Das ist nicht mein Problem, ich weiß, wem ich was zu verdanken habe.

Der Rassismus greift um sich. Ein Witz? Nein. Ich finde nicht. "Kreuzen sie nicht Epson mit anderen Marken" mahnt mich ein Plakat. Mal abgesehen davon, dass ich gar keine Geräte von Epson habe, frage ich mich, wie ich Geräte miteinander kreuzen soll. In einen Raum einsperren und warten, dass sich mein Brother-Drucker auf den Epson-Scanner legt? Ja, ich habe keinen Epson-Scanner, aber mein Drucker tut so etwas auch nicht mit dem Agfa-Scanner. Ja-ja, ich weiß mittlerweile, es geht um die Tinte. Schon gut. Mein Pelikan-Füller durfte auch keine Geha-Tinte benutzen. Oder so. Was für ein Unsinn. Reinrassige Druckertinte. Dabei ist das Bild auf dem Plakat wirklich sehr hübsch: Es zeigt einen Pinguin mit einem Hasenkopf. Schick. Wirklich. Wenn so etwas herauskäme, wenn ich Epson mit anderen Marken kreuze, dann will ich das genau so. ich schreibe Unsinn? Nein, finde ich nicht. Mit den Druckern fängt es an, im Kindergarten geht es weiter und in den Köpfen der Menschen hört es nicht auf. Befremdlich finde ich diese Kampagne, sehr befremdlich.

Ich bin überarbeitet, das gebe ich dann doch noch zu. Andere merken es nicht, ich übe mich im Lächeln. Die Therapie von John, manchmal wirkt sie auch bei mir. Manchmal. Ach, und nun habe ich doch noch vergessen T. und M. anzurufen - ach, egal, das mache ich morgen. Wenn ich daran denke. Ich komme aber gegen die Flut von Arbeit einfach nicht mehr an. Ein Flächenbrand, von allen Ecken aus gezündet und ich stehe in der Mitte und versuche zu löschen so gut ich kann. Dummer Vergleich, schließlich mag ich Feuer, Wasser aber so gar nicht. Hm. Ich bin überarbeitet, keine Frage. Keine Frage. Nein.

Na gut, doch noch ein paar Grüße. An die Farm und AltA und an die Nostalgie, an meine Katze und an den Zähneknirscher. Nicht an den Mann meiner Mutter, wohl aber an meine neue Mülltonne. An B. und an die Konsequenz, an meine Schreibtische und die ganzen Monitore, an mich und an meine Großmutter. Die echte. Alles muss ich hier spezifizieren, schlimm. Wem das alles zu langweilig ist, dem kann ich nicht helfen: Ich bin langweilig. Meistens. Ach, und: Es ist alles Blödsinn, so lange das Wort Schnickschnack im Spiel ist.

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