Königsleiden
Nö. Ganz im Ernst: So habe ich mir das nicht vorgestellt. Und wenn ich schon vom neuen Jahr spreche, dann will ich das auch in dieser Form nicht haben. Finanzielle Depressionen sind ärgerlich, auch wenn ich immer standhaft behaupte, dass Geld doch so wahnwitzig unwichtig ist. Wahnwitzig. Wahnsinnig. Nein-nein, so geht es nicht. Ich arbeite mir die Finger wund, telefoniere und mache und tue und bin am Ende auch nicht besser dran - im Gegenteil. Und jetzt? Wie und jetzt? Ja, was mache ich jetzt? Keine Ahnung. B. hatte heute fantastische Ideen und ich hoffe, dass die Umsetzung für einen Fortschritt sorgen wird. Schließlich hat mir M. heute erklärt, dass er die Mitarbeit einstellen wird, wenn die Zahlungen weiter ausbleiben - kein Wunder, ich hätte vermutlich schon längst die Tastatur ins Korn geworfen. Oder wohin auch immer. Ein Wunder, dass er so lange hilft - anders kann ich die zurzeit unentgeltliche Arbeit nicht nennen. Er hilft. Das Gequengel der Abonnements-Verweigerer nervt mich hingegen mehr als mein eigenes, das will schon etwas heißen. Die Grundstimmung "genervt" trifft den Kern allerdings auch nicht so recht, ich bin sogar entmutigt. Sogar. Auch noch. Was auch immer. Lesen wollen all, zahlen will niemand. Sie erschleichen sich den Zugang und sind empört, wenn ich mich empöre. Keine Frage, ich mache etwas falsch. Was auch immer. Das ist alles so nervig, dass ich mich spontan übergeben könnte. Oder ich beiße in die Tischkante. Ich hacke mir die Finger ab. Ach, Mensch!
So. Ich bin ein König. Das durfte ich mir anhören. Nicht sagen lassen, nein, anhören durfte ich mir das. Ein König oder besser: der König der Leidenden. Der Anführer eines lamentierenden Heeres. Pah. Und wenn schon. Leiden macht mitunter auch Spaß, Leiden kann auch heilsam sein. Glaube ich. Und außerdem leide ich lieber laut, als mich hinter mannhaften Phrasen zu verstecken. Frauen sind zäher - mit Ausnahme von AltAs Tochter - und ich bin keine Frau. Glaube ich. Untersuchen lasse ich mich diesbezüglich nicht, darauf lasse ich es nicht ankommen. Und wenn B. behauptet, dass ich zu viel leide, dann soll es eben so sein. Oder es ist so. Ich weiß es nicht. Allerdings lasse ich mich nicht zu Boden drücken, denn irgendwie klappt am Ende doch immer alles, irgendwie finde ich immer einen guten Abschluss - und bis dahin leide ich eben. Mensch, was ist daran denn nur so schlimm? Sollen die anderen doch weghören, weggucken oder weglesen, ich leide für mich selbst.
Äh, wo war ich denn noch? Ach, richtig: Ich vergesse zu viel in diesen Tagen, mein Kopf ist permanent beschäftigt und zu allem Überfluss suche ich nach Lösungen, die sich verstecken. Ich habe vermutlich länger als bis 100 gezählt und nun sind alle gestorben oder schon nach Hause gegangen. Die Lösungen. Ich gehe auch nach Hause oder ins Krankenhaus, ganz sicher bin ich mir nicht. Am liebsten ginge ich kaputt, aber das ist nicht so einfach umzusetzen. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn es doch noch Riesen gäbe und ich wäre das Spielzeug eines kleinen, großes Kerls, der sich zu Weihnachten noch darüber gefreut hat und nun vor Langeweile beginnt, den lustig herumzappelnden Kerl zu malträtieren, ihm Arme und Beine auszureißen und schließlich in den Mülleimer zu werfen. Spielzeug kaputt und unbrauchbar. Pech. So ein Weihnachtsgeschenk ist eben nicht viel wert.
Angeblich mache ich mich rar – Quatsch. Ich habe nur einfach zu viele und andere Dinge im Kopf – und manchmal vergesse ich da dann auch noch mein Tagebuch. Aber wenn ich mal fünf Minuten Ruhe habe, dann kritzle ich schnell etwas hinein – so wie diese Grüße: An alle, die sich wie im Herbst fühlen, an die Hallenfußballer, an meine Katze und an M., dem ich im Februar hoffentlich mehr bieten kann. An B. und alle, die irgendwann mal aus seltsamen Gründen in die Kirche eintreten und es dann doch nicht tun. An meine Nichten und an mich, denn ich habe mich schon lange nicht mehr gesehen. Wer leidet, der rostet nicht – oder so ähnlich. So ähnlich!
So. Ich bin ein König. Das durfte ich mir anhören. Nicht sagen lassen, nein, anhören durfte ich mir das. Ein König oder besser: der König der Leidenden. Der Anführer eines lamentierenden Heeres. Pah. Und wenn schon. Leiden macht mitunter auch Spaß, Leiden kann auch heilsam sein. Glaube ich. Und außerdem leide ich lieber laut, als mich hinter mannhaften Phrasen zu verstecken. Frauen sind zäher - mit Ausnahme von AltAs Tochter - und ich bin keine Frau. Glaube ich. Untersuchen lasse ich mich diesbezüglich nicht, darauf lasse ich es nicht ankommen. Und wenn B. behauptet, dass ich zu viel leide, dann soll es eben so sein. Oder es ist so. Ich weiß es nicht. Allerdings lasse ich mich nicht zu Boden drücken, denn irgendwie klappt am Ende doch immer alles, irgendwie finde ich immer einen guten Abschluss - und bis dahin leide ich eben. Mensch, was ist daran denn nur so schlimm? Sollen die anderen doch weghören, weggucken oder weglesen, ich leide für mich selbst.
Äh, wo war ich denn noch? Ach, richtig: Ich vergesse zu viel in diesen Tagen, mein Kopf ist permanent beschäftigt und zu allem Überfluss suche ich nach Lösungen, die sich verstecken. Ich habe vermutlich länger als bis 100 gezählt und nun sind alle gestorben oder schon nach Hause gegangen. Die Lösungen. Ich gehe auch nach Hause oder ins Krankenhaus, ganz sicher bin ich mir nicht. Am liebsten ginge ich kaputt, aber das ist nicht so einfach umzusetzen. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn es doch noch Riesen gäbe und ich wäre das Spielzeug eines kleinen, großes Kerls, der sich zu Weihnachten noch darüber gefreut hat und nun vor Langeweile beginnt, den lustig herumzappelnden Kerl zu malträtieren, ihm Arme und Beine auszureißen und schließlich in den Mülleimer zu werfen. Spielzeug kaputt und unbrauchbar. Pech. So ein Weihnachtsgeschenk ist eben nicht viel wert.
Angeblich mache ich mich rar – Quatsch. Ich habe nur einfach zu viele und andere Dinge im Kopf – und manchmal vergesse ich da dann auch noch mein Tagebuch. Aber wenn ich mal fünf Minuten Ruhe habe, dann kritzle ich schnell etwas hinein – so wie diese Grüße: An alle, die sich wie im Herbst fühlen, an die Hallenfußballer, an meine Katze und an M., dem ich im Februar hoffentlich mehr bieten kann. An B. und alle, die irgendwann mal aus seltsamen Gründen in die Kirche eintreten und es dann doch nicht tun. An meine Nichten und an mich, denn ich habe mich schon lange nicht mehr gesehen. Wer leidet, der rostet nicht – oder so ähnlich. So ähnlich!