Überschall

Manchmal entwickeln sich Situationen nicht, sondern sie donnern wie eine Lawine über mich hinweg. So wie der Tag heute, der mehr einer Reise in einem Überschallflugzeug denn einem entspannten Stundendurchlauf. Vielleicht eher ein Stundendurchfall, wobei es nicht die Zeit war, die mir die Sinne raubte, sondern die Vielzahl von Ereignissen. Die Vielzahl. Da bin ich plötzlich Berater in Sachen Selbständigkeit und biete auch noch meine Hilfe an, ich gehe am Nachmittag in ein vollbesetztes Kino und ich eile dann rasch nach Hause, um ein wenig zu arbeiten und mich dann wieder auf den Weg zu machen. Ganz schnell, wieder die Nacht in fremder, vertrauter Umgebung. Das sei alles seltsam, sagt sie. Ja, das ist es, sage ich. Und ich finde es gar nicht so schlimm, ich finde es auch nicht dramatisch, dass sich in meinem Leben zurzeit so viel ändert, so vieles in eine Richtung entwickelt, die ich noch vor Wochen, Monaten vollkommen ausgeschlossen habe. Pah. Warum sollte nicht auch ich normal sein. Oder werden. Vielleicht müssen nur die Umstände einfach passen, vielleicht ist es einfach so, dass irgendwann Dinge geschehen. Irgendwann. Im Lotto werde ich nicht gewinnen, das ist mir schon klar, das wird auch nicht geschehen. Aber das ist auch nicht wichtig, das war mir schließlich auch noch nie wichtig. Ich kann sagen, dass alles, nein, dass in diesen Tagen vieles anders ist und wird. Und das ist gut. Gut, wirklich gut.

So, ich bin fertig mit der Arbeit, so viel war heute auch nicht zu tun. Glaube ich. Das Wochenende darf ich nicht vergessen und muss mich darauf vorbereiten. Eine kurze Winterpause bedeutet noch mehr Arbeit und einen frühen Beginn der Rückrunde. Ganz ehrlich: Ich habe noch gar keine Lust, mich wieder mit dem Ballsport zu beschäftigen, ich habe noch gar keine Lust, schon wieder darüber nachzudenken, dass am Wochenende einige Kicker wieder auf dem Rasen herumlaufen müssen oder wollen. Am Ende fallen die Spiele dann doch wieder aus, ich bin gespannt. Die große Herausforderung in diesem Monat ist ohnehin das Buch, das nun fast fertig ist: Morgen beschäftige ich mich noch einmal damit, dann schicke ich es es AltA, die noch einen letzten prüfenden Blick darauf werfen wird. Und dann. Dann ist es soweit. Schon bald. Das erste. Buch. Hu. Bei dem Gedanken daran bin ich schon aufgeregt. Ja. Und ich lächle. Schon wieder? Ja, Mensch. Schon wieder.

Grüße. An das beste Ypsilon nebst M. - und ich bin wirklich gespannt, was da passiert. Neugierig? Ja, oh ja. An Frau W., denn das ist ja alles überschaubar und einfach und problemlos lösbar. Ha, und an den Strohhalm kauenden kleinen König, an Burger King, denn ich werde dort wohl bald einziehen. Und an B., weil das alles seltsam, aber noch lange nicht fragwürdig ist. An AltA - mein geplatzter Kopf hat da etwas vergessen - und an meinen Bruder, den Schlumpf, dem nur noch die weiße Mütze fehlt. Mensch. Wenn Du etwas ankündigst, dann mache es auch. Im Hintergrund läuft "Just because" von Jane's addiction - genau: Eben und einfach darum. Blödsinn. Schnickschnack. Mein Lächeln kommt wieder von innen, wundervoll.

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