Aquarium

Ein Forellenfilet, zwei Packungen Nordseekrabben und einen Schluck Eistee später. Ungefähr. Was ist das heute nur für ein Tag. Fragezeichen. Mensch. Immerhin habe ich etwas gegessen, ich fühle mich gut und hüpfe auf dem Bürostuhl herum. Ich soll das nicht machen, es sieht unmöglich aus, ich weiß. Außerdem leiden sowohl der Bürostuhl als auch der Fußboden unter dem Gehüpfe, das bei näherer Betrachtung auch noch einen extrem infantilen Beigeschmack hat. Und. Ja. Und warum das alles. Ach, ich habe heute einen guten Tag erwischt. Vielleicht lag es daran, dass ich heute den Start in die Woche so sehr verschlafen habe, dass sogar das beste Ypsilon von allen rätselt, ich welcher Zeitrechnung ich mich heute bewege. In meiner eigenen. Keine Frage. Um halb zwölf saß ich erst an den Rechnern, das sind keine drei Stunden wie ich heute noch mutig erklärte, sondern unbequeme vier Stunden, die ich später mit dem Tagewerk begann. Oh, ich bin dennoch guter Dinge, ich habe in Rekordzeit all das geschafft, wofür ich an anderen Tagen Stunden mehr gebraucht habe. Ausgeschlafen. Fragezeichen. Naja. Nicht ganz. Aber einfach guter Dinge. Vielleicht hüpft auch der Bürostuhl und nicht ich. Nein, so etwas gibt es ja gar nicht. Höchstens in meinen kranken Fantasien. Ach, und "einfach guter Dinge" stimmt ja auch nicht, aber es geht mir gut und alle freuen sich. Das ist doch schön. Immerhin. Und so habe ich mich im Eifer der Euphorie entschlossen, nun doch und endlich und wirklich zu veröffentlichen. So endlich und wirklich ist diese Entscheidung, dass ich schon dabei bin, sie in die Tat umzusetzen. Ein, zwei oder fünf - das wäre mir am liebsten, weil es die schönste Zahl ist - Monate wird es sicher noch dauern, aber die Entscheidung ist gefallen. Heute Morgen. Im Bett. Unter der Decke. Warm. Und da will ich auch wieder hin.

Mein Leben - ein Aquarium. Um mich herum gibt es nur noch Fische, mit denen ich kommuniziere, mit denen ich Abende teile, das Kino, das Theater besuche, Ally-McBeal-Abende genieße, die amerikanischen Schnellversorger unsicher mache oder Gedanken tausche. Meine anfängliche Skepsis ist gewichen und ich werde bald ein Memorandum herausgeben, das mir den Kontakt mit eben diesem, mir im Grunde vollkommen konträren Sternzeichen, empfiehlt. Oder so ähnlich. So ähnlich! Mensch. Ich kann nicht immer alles einwandfrei formulieren, vor allem dann nicht, wenn meine Finger fliegen. Ich bin noch schneller geworden, ich glaube, es gehen auch weniger Gedanken auf dem Weg vom Kopf zu den Fingern verloren. Glaube ich. Es gehen auch weniger Buchstaben verloren. Hoffentlich. Und in einem Aquarium findet sich ohnehin alles wieder. Alles wieder. Nichts schwimmt davon und selbst wenn, dann ist das Terrain überschaubar. In ein Meer werde ich mich nicht wagen, aber grundsätzlich bin ich dem Wasser zurzeit nicht abgeneigt: Atmen kann ich darin nicht, aber hin und wieder baden kann nicht schaden. Und wenn ich jetzt über diesen ungewollten Reim kichere, dann hat der Wahnsinn mich vollkommen ergriffen. Ein leises Röcheln noch. So.

War noch was? Nein, ich denke, es reicht nun.

Grüße. An AltA, es wird morgen definitiv klappen! An das beste Ypsilon von allen, die das alles immer schon weiß - naja, macht ja nichts. An B. mit dem Blick auf den Ally-Abend, denn auch John lässt schon die Nase pfeifen. An T., weil ich Dich heute bei den eMails vergessen habe, aber Kino findet in dieser Woche wieder statt und an B., weil mir das rote Meer nicht mehr aus dem Kopf geht. Entschuldigung - darf ich grinsen? Mensch. Wer mir nicht folgen will, der läuft einfach schon vor: Ich gehe dann auch einen anderen Weg.

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