Bin ich noch da?

Ja, ich bin noch da. Aber müde bin ich mal wieder, auch wenn ich gestern - oh, es ist schon wieder Montag - so fleißig war und alles schon vor Mitternacht fertig hatte. Am kommenden Wochenende habe ich dann ein wenig mehr Ruhe, weil eine Liga schon in der Winterpause ist. Fußball. Wie konnte ich nur darauf kommen. Dumme Sache, wirklich. Ich habe mich nie recht dafür interessiert. Nein, für den Fußball schon, aber nicht für die Berichterstattung. Und dann, plötzlich, stecke ich mittendrin. "Die haben mich da reingezogen", würde Loriot jetzt behaupten. Genau. Und jetzt verdiene ich mit etwas Geld, was mir nur bedingt Spaß macht. Nur bedingt, ich gebe es zu. Es geschieht an jedem Wochenende dasselbe: Einer schießt ein Tor, der andere nicht, deswegen gewinnen die einen, die anderen nicht. Gut, manchmal ist es andersherum. Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht, aber ich bin froh, dass es so viele gibt, die sich für den Fußball interessieren. Ja. Und ich sollte aufhören mich zu beklagen. Ja. Trotzdem ist es in letzter Zeit ein wenig anstrengend, nervig. In meinem Kopf sind andere Dinge als der Fußball, ganz sicher. Aber neben der Lederkugel haben nur wenig Dinge Platz. Schade. Ich vertraue darauf, dass bessere Zeiten anbrechen.

Ach, ich bin in einer grässlichen Stimmung. Unzufrieden. Und in meinem Kopf liegen so viele Steine herum, dass ich bei jedem Gedankengang stolpere. Stolpern muss. Es ist wirklich unschön. Da ist Kraft, aber ich weiß nicht, wie ich sie abrufen soll. Ach, vielleicht ist da auch gar keine Kraft mehr, vielleicht ist es alles leer und ich betrachte die Hülle und glaube, dass noch etwas darin sein muss. So wie mit den Kaugummistreifen, die ich früher immer wieder so aussehen ließ, als wäre noch der Streifen im Aluminium eingewickelt. Ich bin leer, tut mir leid. Ich hätte das Aluminium wegwerfen sollen. Was fange ich an? Mal wieder am Verzweifeln, Armin? Ja, na und? Ich werde und will meine Gefühle so ausleben, wie sie sich den Weg in mein Herz bahnen. Ohne Rücksicht auf innere Verluste. Einmal leben und dann sterben - das ist der Plan. Ach, nein, ich habe ja gar keinen Plan. Planlos. Hm. Und konfus. Ich hätte jetzt Lust auf einen Besuch bei BurgerKing, nur den Duft in der Nase haben. Aber es ist zu spät und ich habe auch gar keine Lust mich jetzt zu bewegen. Ich sollte ins Bett steigen und endlich schlafen. Das wäre eine vernünftige Lösung. Aber nein, ich will es ja chaotisch. Selbst Schuld, Herr Sengbusch.

Ich gehe mir gerade selbst auf die Nerven. Toll.

Grüße. An B. mit dem Ausblick auf das Theater - oh, ich werde mich benehmen. An das beste Ypsilon mit dem Dank, dass Du meine Launen erträgst. An AltA, denn der Dienstag wird knapp - und dieses ICQ-Problem ist schlimmer als Heimweh. Naja, fast. An C. mit all meinem Lächeln und der Ruhe. An meine Katze und an meinen Wald - ich bin mir sicher, dass er das alles spürt. Ehrlich. An alle, die den Montag nicht mögen - ich biete meine Sonntage zum Tausch an. Startet in die Woche und genießt das Atmen - beides ist nicht so einfach.

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