Struktur und Chaos

Ich muss immer etwas ändern, Konstanz ist ein widerwärtiges Wort, aber ein schöner Ort. Letztgenanntes nützt mir nicht viel. Dummerweise erfordern gewisse Prozesse eine Struktur, Ordnung und letztlich dann auch Konstanz. Dummerweise. Wirklich. Dumm. Die Ideen hüpfen aus meinem Kopf wie Lemminge ins Meer, die Umsetzung erfolgt ein wenig stümperhaft, die Erhaltung ist ein wachsendes Chaos. Ich bin für so etwas nicht gemacht - zumindest rede ich mich mit solchen Sätzen heraus. Es gibt Wichtigeres. Keine Frage. In jedem Fall gibt es Wichtigeres für mich. Ich könnte die Welt in Visionen, Ideen und Geschichten ertränken, wenn sie mich ließe. Wenn ich mich ließe. Wie auch immer. Ich spüre die Kraft, befinde ich mich aber auf einem Schiff fernab des Ufers, dass mich in das Herz das Kontinents gehen lässt. Wenn ich es denn irgendwann erreiche. Was will ich. Fragezeichen. Ich muss immer wieder an die Geschichte "Jaques, der Dieb" denken. Ich glaube, sie ist von Wolfgang Ecke, ich bin nicht sicher. Am Ende darf Jaques nicht mehr stehlen, findet aber jeden Tag Geld in seinen Taschen, mit dem er Gutes tun muss. Das fällt ihm zunächst schwer, macht nach einer kurzen Zeit aber Spaß und tut ihm gut. Und so findet er jeden Tag Nahrung vor seiner Tür, ein Korb mit Früchten, Brot, Wein, manchmal Fleisch oder Fisch. So. Genau. Das wäre es. Das Traumland. Ich werfe mit Worten um mich und bekomme dafür etwas zu essen. Der Gedanke ist schlicht großartig, macht mich sogar ein wenig lächeln, auch wenn ich weiß, dass er nicht durchführbar ist. Leider. Ich werde dafür arbeiten, irgendwann wird es, muss es so sein. Hoffe ich.

Immer noch viel Arbeit, ich komme zu nichts. Anstrengend. Ich werfe mich und mein Hirn wieder an den Schreibtisch. Irgendwann muss ich fertig werden. M. hat mir geraten, mal eine Pause zu machen, den Kopf auszuschalten. Ich bin mir sicher, dass sie Recht hat. Die Umsetzung ist jedoch ein wenig knifflig. Ein wenig.

Bevor ich gehe: Grüße. An M. mit dem Dank für den guten Ratschlag, an C. ganz besonders mit all meinem Lächeln, an das beste Ypsilon und an all die, die sich hierher verirrt haben. Mein Lächeln habt ihr, ich natürlich auch.


Weil der Text mich schon seit Tagen begleitet:

Friends (Gary Numan)

See the strange boy keeping to the shadows
He's a very good friend of mine
I've seen you running from the ladies
Don't tell me you're not that kind
I've got the time if you've got the money
Mister you'll be pleased you'll see
We'll meet by the tubeway as the screamer cries eleven
And you can have your way with me

See my one love talking to the pretty boy
I never did like her taste
My skin is rubber on a skeletal body
I'm physically going to waste
Feel my eyes and the tongue of a killer
I'm a humanoid logic machine
Don't touch me with your painted little fingers
'Cos I know where they've been

I must hide from a thousand grinning faces
All sucking from my crazy mind
Take a ride out in my imagery of ages
And heaven knows what you will find
I've no time for the chitter-chatter ladies
I'm so busy trying to break this wall
Hear my words 'cos emotion now is leaving
You see I'm really not a human at all

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